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Präs. Dr. Guido Hößlinger

Präs. Dr. Guido Hößlinger

Urverbindung: Norica (12.12.1895)

Bandverbindungen: AW

Geboren: 06.06.1871, Wien
Gestorben: 15.12.1935, Wien
Generaldirektor und Präsident des Verwaltungsrates (Versicherungsanstalt der Österreichischen Bundesländer)

Lebenslauf:

HERKUNFT UND AUSBILDUNG

Hö­ß­lin­ger wurde als ein­zi­ger Sohn des Rechts­an­wal­tes („Hof- und Ge­richtsad­vo­kat“) Max Hö­ß­lin­ger ge­bo­ren, der ein An­ge­hö­ri­ger der Wie­ner Bur­schen­schaft Si­le­sia war. Diese nahm am 1. De­zem­ber 1870 an einer stu­den­ti­schen Ver­an­stal­tung teil, die den Sieg Preu­ßens über Frank­reich ju­belnd fei­er­te. Es kam auf die­ser zu klein­deut­schen Ma­ni­fes­ta­tio­nen, bei denen sich auch Max Hö­ß­lin­ger in die­sem Sinne zu Wort mel­de­te. Ihm re­pli­zier­te der eben­falls an­we­sen­de Karl Lue­ger (Nc EM), wor­auf es zu Tu­mul­ten kam. In der Folge wurde die Si­le­sia zeit­wei­se ver­bo­ten. Max Hö­ß­lin­ger war in den sech­zi­ger und sieb­zi­ger Jah­ren des 19. Jahr­hun­derts ein klein­deut­scher Agi­ta­tor in Ös­ter­reich. In den acht­zi­ger Jah­ren fand er je­doch zum Ka­tho­li­zis­mus und zur Christ­lich­so­zia­len Par­tei, für die er im Wie­ner Ge­mein­de­rat von 1895 bis zu sei­nem Tod 1898 saß. Er fand of­fen­bar auch Kon­takt zur Aus­tria und der No­ri­ca, denn es wird von deren „Ab­ord­nun­gen“ bei sei­nem Be­gräb­nis be­rich­tet.

Nach der Volks­schu­le ab­sol­vier­te Guido Hö­ß­lin­ger das Wie­ner Schot­ten­gym­na­si­um mit Aus­zeich­nung und be­gann da­nach das Stu­di­um an der Rechts­wis­sen­schaft­li­chen Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Wien (Dr. iur. Ende 1895). Als Stu­dent hatte er be­reits Kon­takt zu den bei­den ka­tho­li­schen Ver­bin­dun­gen Aus­tria und No­ri­ca (siehe unten mehr). So ist der erste Kon­takt zur No­ri­ca durch sei­nen Be­such beim Weih­nachts­kom­mers 1891 nach­weis­bar. Zu­stan­de kam die­ser über die Ma­ria­ni­sche Kon­gre­ga­ti­on. Hö­ß­lin­ger war auch all­ge­mein in der Ka­tho­li­schen Stu­den­ten­schaft aktiv. Im März 1892 hat er bei einem Tref­fen zu einer Ge­mein­sam­keit in einer Ka­tho­li­schen Stu­den­ten­schaft auf­ge­ru­fen. Als 1894 ein De­le­gier­ten­kon­vent der ka­tho­li­schen Stu­den­ten­schaft Wiens ge­schaf­fen wurde, war er deren Vi­ze­prä­si­dent.

Nach der Ab­sol­vie­rung des Ge­richts­jahrs in Wien und Inns­bruck schlug er vor­erst die An­walts­lauf­bahn ein („Ad­vo­ka­turs­kon­zi­pi­ent“) und legte auch die An­walts­prü­fung ab. In die­ser Zeit ent­fal­te­te er eine aus­ge­dehn­te Vor­trags­tä­tig­keit über wis­sen­schaft­li­che und volks­wirt­schaft­li­che The­men im Rah­men des ka­tho­li­schen Mi­lieus.

HÖSSLINGER UND DIE BUNDESLÄNDER-VERSICHERUNG

Der füh­ren­de christ­lich­so­zia­le Po­li­ti­ker und Reichs­rats­ab­ge­ord­ne­te Al­bert Ge­ß­mann (AW EM) wurde auf Hö­ß­lin­ger auf­grund des­sen En­ga­ge­ments auf­merk­sam, der über des­sen An­re­gung mit 1. Ja­nu­ar 1902 als Di­rek­ti­ons­se­kre­tär in den Dienst der Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Lan­des­ver­si­che­rungs­an­stal­ten ein­trat. Unter deren ge­mein­sa­me Di­rek­ti­on waren da­mals (vor 1914) die Lan­des-Brand­scha­den-Ver­si­che­rungs­an­stalt, die Lan­des-Le­bens- und Ren­ten­ver­si­che­rungs­an­stalt, die Lan­des-Vieh-Ver­si­che­rungs­an­stalt, die Lan­des-Hagel-Ver­si­che­rungs­an­stalt und die Lan­des-Un­fall- und Haft­pflicht-Ver­si­che­rungs­an­stalt zu­sam­men­ge­faßt. Diese Ver­si­che­rungs­an­stal­ten waren Ein­rich­tun­gen der da­ma­li­gen au­to­no­men Lan­des­ver­wal­tung Nie­der­ös­ter­reichs unter po­li­ti­scher Lei­tung des Lan­des­aus­schus­ses (Vor­form der jet­zi­gen Lan­des­re­gie­rung) und der Kon­trol­le des Land­tags. Die dort tä­ti­gen Mit­ar­bei­ter waren Be­am­te der au­to­no­men Lan­des­ver­wal­tung.

Hö­ß­lin­ger mach­te bei den Lan­des­ver­si­che­rungs­an­stal­ten rasch Kar­rie­re. Von 1903 bis 1906 lei­te­te er die Lan­des-Brand­scha­den-Ver­si­che­rungs­an­stalt, um dann wie­der in der Di­rek­ti­on tätig zu sein. 1909 wurde er zum Di­rek­tor­stell­ver­tre­ter und 1912 zum Di­rek­tor der Lan­des­ver­si­che­rungs­an­stal­ten er­nannt. Als sol­cher führ­te er den Amts­ti­tel Ober­lan­des­rat und ge­hör­te der da­ma­li­gen V. Rang­klas­se der Be­am­ten an (ent­sprach einem Mi­nis­te­ri­al- oder Hof­rat). An­fang Ja­nu­ar 1917 wurde ihm der Titel eines Ge­ne­ral­di­rek­tors ver­lie­hen.

Mit dem Ende der Mon­ar­chie wurde zum einen die po­li­ti­sche bzw. ver­wal­tungs­mä­ßi­ge Zwei­glei­sig­keit der Län­der be­en­det (au­to­no­me Lan­des­ver­wal­tung unter einem Lan­des­aus­schuß und Land­tag sowie mit­tel­ba­re Staats­ver­wal­tung unter einem Statt­hal­ter) und dann zum an­de­ren Wien als ei­ge­nes Bun­des­land er­rich­tet. Das mach­te die Neu­or­ga­ni­sa­ti­on der Lan­des­ver­si­che­rungs­an­stal­ten nicht nur in Nie­der­ös­ter­reich not­wen­dig. Zum einen hat­ten die So­zi­al­de­mo­kra­ten in Wien kein In­ter­es­se am Wei­ter­be­stand der Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Ver­si­che­rungs­an­stal­ten, zum an­de­ren ge­rie­ten durch den ver­lo­re­nen Krieg und die In­fla­ti­on die ver­gleich­ba­ren Ver­si­che­rungs­an­stal­ten der üb­ri­gen Län­der in Be­dräng­nis.

Durch Hö­ß­lin­gers In­itia­ti­ve ent­stand 1922 durch Zu­sam­men­schluß der Ver­si­che­rungs­an­stal­ten der Län­der (mit Aus­nah­me Wiens) die Ver­si­che­rungs­an­stalt der Ös­ter­rei­chi­schen Bun­des­län­der in der Rechts­form einer Ak­ti­en­ge­sell­schaft, deren ers­ter Ge­ne­ral­di­rek­tor Hö­ß­lin­ger wurde. Mit 15. März 1929 wurde er dann zum ge­schäfts­füh­ren­den Prä­si­den­ten des Ver­wal­tungs­ra­tes der Ver­si­che­rungs­an­stalt der Ös­ter­rei­chi­schen Bun­des­län­der ge­wählt. Damit schied er aus dem un­mit­tel­ba­ren Ta­ges­ge­schäft. Diese Funk­ti­on übte er bis zu sei­nem Tod aus

Unter Hö­ß­lin­gers Lei­tung wurde die Ver­si­che­rungs­an­stalt der Ös­ter­rei­chi­schen Bun­des­län­der, um­gangs­sprach­lich auch „Bun­des­län­der-Ver­si­che­rung“ ge­nannt, be­reits in der Zwi­schen­kriegs­zeit zu einer der be­deu­tends­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Ös­ter­reichs. Die­ser Er­folg fußte nicht zu­letzt auf der Achse zwi­schen den christ­lich­so­zi­al do­mi­nier­ten Bun­des­län­dern und dem Po­li­ti­schen Ka­tho­li­zis­mus, so daß diese Ver­si­che­rung eine ge­wis­se Do­mi­nanz im ka­tho­li­schen Mi­lieu er­rei­chen konn­te, die bis gegen Ende des 20. Jahr­hun­derts an­dau­ern soll­te. Hö­ß­lin­ger en­ga­gier­te sich auch all­ge­mein für die ös­ter­rei­chi­sche Ver­si­che­rungs­wirt­schaft. Es ge­lang ihm, die pri­va­ten Ver­si­che­run­gen mit den so­ge­nann­ten „halb­öf­fent­li­chen An­stal­ten“, zu denen auch die „Bun­des­län­der-Ver­si­che­rung“ ge­hör­te, zur Zu­sam­men­ar­beit zu brin­gen. Er war daher auch Vi­ze­prä­si­dent des Ver­ban­des der Ver­si­che­rungs­an­stal­ten Ös­ter­reichs.

HÖSSLINGER, DIE BUNDESLÄNDER-VERSICHERUNG UND DER CV

Be­züg­lich Hö­ß­lin­gers Mit­glied­schaft im CV bzw. bei den Ver­bin­dun­gen Aus­tria und No­ri­ca gibt es Un­ge­reimt­hei­ten. Bei der Aus­tria Wien ist er als im Stu­di­en­jahr 1993/94 ein­ge­tre­te­ner Eh­ren­bursch nach­weis­bar. Das war noch keine or­dent­li­che Mit­glied­schaft, die mit einer Ur­mit­glied­schaft in einer CV-Ver­bin­dung ver­gleich­bar ist. Aber die Aus­tria war da­mals noch nicht Mit­glied des CV und hatte zu die­ser Zeit ei­ni­ge zum CV ab­wei­chen­de For­men von Mit­glied­schaf­ten.

Nach dem Bei­tritt der Aus­tria Wien und der üb­ri­gen Ver­bin­dun­gen des Zwei­ten ÖCV zum CV im Jahr 1906 wurde Hö­ß­lin­ger in den Ge­samt­ver­zeich­nis­sen des CV von 1908 bis 1931 als Eh­ren­phi­lis­ter bei der Aus­tria Wien mit dem Bei­tritts­da­tum 20. Fe­bru­ar 1896 ge­führt. Nach sei­ner Pro­mo­ti­on Ende De­zem­ber 1895 wurde er of­fen­bar vom Sta­tus eines Eh­ren­bur­schen in jenen eines Eh­ren­phi­lis­ters über­führt. Die Ein­rich­tung eines Eh­ren­phi­lis­ters fin­det sich im Ge­samt­ver­zeich­nis 1931 nur bei acht Wie­ner Ver­bin­dun­gen (wovon sechs der „Aus­tria-Fa­mi­lie“ an­ge­hör­ten). Beim Bei­tritt des Zwei­ten ÖCV wur­den die Eh­ren­phi­lis­ter in den CV über­nom­men und in den Ge­samt­ver­zeich­nis­sen hin­ter die Band­phi­lis­ter ge­reiht. Dies ge­schah je­doch nicht mit den Eh­ren­bur­schen. Ge­gen­über dem CV bzw. der CV-Öf­fent­lich­keit wur­den daher diese Eh­ren­phi­lis­ter mit dem be­tref­fen­den Über­tritts­da­tum ge­führt.

Bei der No­ri­ca wurde auf einem Con­vent am 22. Fe­bru­ar 1901 die Eh­ren­mit­glied­schafts­ver­lei­hung an Hö­ß­lin­ger be­schlos­sen. Ver­lie­hen wurde diese auf dem Se­mes­ter­schlu­ß­kom­mers am 12. März 1901. Laut Fried­rich Fun­der (Cl) war das die zwei­te be­deut­sa­me Eh­ren­band­ver­lei­hung nach Karl Lue­ger. Er­hal­ten aus die­ser Zeit ist das von Hö­ß­lin­ger an­lä­ß­lich des 20. Stif­tungs­fest ver­faß­te Ge­dicht „No­ri­cas Schlach­ten“, das mit den Wor­ten be­ginnt: „Du stol­ze Fahne flatt­re hoch, aus Weiß und Blau und Gold.“

In den Ge­samt­ver­zeich­nis­sen des CV von 1902 und 1905 wurde Hö­ß­lin­ger bei der No­ri­ca als Eh­ren­mit­glied ge­führt, je­doch von 1908 bis 1931 fin­det er sich bei der No­ri­ca unter den Band­phi­lis­tern, wobei er dort – wie bis 1967 üb­lich – mit der Ur­ver­bin­dung Aus­tria Wien und dem Datum 20. Fe­bru­ar 1896 ge­lis­tet ist.

Das war nicht kor­rekt. Denn wenn je­mand bei einer Ver­bin­dung als Band­phi­lis­ter ge­führt wird, muß er bei einer an­de­ren Ver­bin­dung Ur­mit­glied sein. Hö­ß­lin­ger war das aber nicht, denn er war Eh­ren­phi­lis­ter. Ab­ge­se­hen davon hätte er bei der No­ri­ca Eh­ren­mit­glied blei­ben müs­sen. So war z. B. der Wie­ner Bür­ger­meis­ter Ri­chard Weis­kirch­ner bei der No­ri­ca Eh­ren­mit­glied und bei der Aus­tria Wien Eh­ren­phi­lis­ter. Mit Aus­nah­me von Hö­ß­lin­ger wurde kei­ner der im Ge­samt­ver­zeich­nis 1910 an­ge­führ­ten Eh­ren­phi­lis­ter der be­tref­fen­den Wie­ner Ver­bin­dun­gen wo­an­ders als Band­phi­lis­ter ge­führt, son­dern in der Regel eben­falls als Eh­ren­phi­lis­ter oder als Eh­ren­mit­glied.

Ent­ge­gen der vie­len Jahre ge­üb­ten Dar­stel­lung in den Ge­samt­ver­zeich­nis­sen des CV wurde Hö­ß­lin­ger über­ra­schen­der­wei­se im ers­ten Ge­samt­ver­zeich­nis des ÖCV im Jahr 1935 bei der No­ri­ca unter den Ur­phi­lis­tern mit dem Bei­tritts­da­tum 12. De­zem­ber 1895 und bei der Aus­tria Wien unter den Band­phi­lis­tern ge­führt. Nun wurde die Ein­rich­tung der Eh­ren­phi­lis­ter mit Grün­dung des Drit­ten ÖCV 1933 (nach der sog. Ab­schal­tung vom CV) ab­ge­schafft, und die be­stehen­den Eh­ren­phi­lis­ter wur­den meis­tens Ur­mit­glie­der der be­tref­fen­den Ver­bin­dun­gen, ei­ni­ge Eh­ren­mit­glie­der. Hö­ß­lin­ger hätte nach dem bis­he­ri­gen Sta­tus bei der Aus­tria Wien als Ur­mit­glied ge­führt wer­den müs­sen, wäh­rend sich bei der No­ri­ca nichts ge­än­dert hätte und die Lis­tung unter den Band­phi­lis­tern nun kor­rekt ge­wor­den wäre.

Warum nun Hö­ß­lin­ger plötz­lich bei der No­ri­ca Ur­mit­glied ge­wor­den ist, läßt sich ar­chi­va­lisch nicht mehr eru­ie­ren. Über die Grün­de kann daher nur spe­ku­liert wer­den. Daß der Se­ni­or der No­ri­ca beim Be­gräb­nis Hö­ß­lin­gers (siehe unten) Band und Mütze bei­der Ver­bin­dun­gen ins of­fe­ne Grab ge­wor­fen und somit einen ge­wis­sen Vor­rang be­ses­sen hat, be­stä­tigt in­di­rekt, daß diese Um­än­de­rung of­fen­bar auch im Ein­ver­neh­men mit der Aus­tria er­folgt ist. Daher könn­te ein Wunsch Hö­ß­lin­gers vor­ge­le­gen haben, weil er of­fen­bar zur No­ri­ca mehr Kon­tak­te hatte. Schlie­ß­lich war Carl Ha­bich (Nc) in­zwi­schen Ge­ne­ral­di­rek­tor der „Bun­des­län­der-Ver­si­che­rung“ und vor­her ein enger Mit­ar­bei­ter Hö­ß­lin­gers. Am 12. De­zem­ber 1895 könn­te bei der No­ri­ca ein Con­vent ge­tagt haben, auf dem mög­li­cher­wei­se über einen Bei­tritt Hö­ß­lin­gers zur No­ri­ca ver­han­delt aber nichts ent­schie­den wurde. Somit hat man die­ses Datum ge­nom­men, womit man vor der Aus­tria lag. Für die rück­bli­cken­de bzw. his­to­ri­sche Sta­tus­be­wer­tung eines CVers bzw. die Auf­nah­me ins On­line-Ge­samt­ver­zeich­nis des ÖCV oder die Füh­rung in die­sem gilt der Au­gen­blick sei­nes Todes. Und bei die­sem war Hö­ß­lin­ger nach den vor­han­de­nen Quel­len Ur­phi­lis­ter der No­ri­ca und Band­phi­lis­ter der Aus­tria (Cou­leur­na­me Welf).

Hö­ß­lin­gers Be­deu­tung für den CV hängt vor allem auch mit sei­ner be­ruf­li­chen Funk­ti­on zu­sam­men. Bei den ös­ter­rei­chi­schen Ver­bin­dun­gen des CV ent­stand nun um 1910 der Ge­dan­ke einer Zu­sam­men­ar­beit mit einer Ver­si­che­rung. Nach­dem Hö­ß­lin­ger 1909 Di­rek­tor­stell­ver­tre­ter und ab 1912 Di­rek­tor der Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Lan­des­ver­si­che­rungs­an­stal­ten ge­wor­den ist, wurde 1912 zwi­schen die­sen und den ös­ter­rei­chi­schen CV-Ver­bin­dun­gen ein Über­ein­kom­men ge­trof­fen. Kern die­ser Ver­ein­ba­rung war: Die Lan­des­ver­si­che­rungs­an­stal­ten ge­wäh­ren zum einen den CVern, wenn sie bei ihr eine Ver­si­che­rung wel­cher Art auch immer ab­schlie­ßen, eine Ver­güns­ti­gung, zum an­de­ren dem CV eine Pro­vi­si­on. Im Deut­schen Reich war die Preu­ßi­sche Le­bens­ver­si­che­rung AG in Ber­lin der Part­ner für den reichs­deut­schen Teil des CV.

Diese Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Lan­des­ver­si­che­rungs­an­stal­ten und den ös­ter­rei­chi­schen CV-Ver­bin­dung wurde auch 1922 mit der Ver­si­che­rungs­an­stalt der Ös­ter­rei­chi­schen Bun­des­län­der wei­ter­ge­führt, aus der dann 1999 die UNIQA wurde. Da­durch ergab sich auch eine star­ke per­so­nel­le Prä­senz von CVern in die­sem Un­ter­neh­men auf allen Ebe­nen. Deut­lich wird das vor allem bei der Füh­rungs­spit­ze. Als 1929 Hö­ß­lin­ger Prä­si­dent des Ver­wal­tungs­ra­tes wurde, rück­te bei die­sem Re­vi­re­ment der bis­he­ri­ge Ge­ne­ral­se­kre­tär Carl Ha­bich (Nc) zum Ge­ne­ral­di­rek­tor­stell­ver­tre­ter auf. 1932 wurde er dann Ge­ne­ral­di­rek­tor, wel­che Funk­ti­on er nach 1945 bis zu sei­nem Tod 1962 aus­üb­te. Seine Nach­fol­ger in die­ser Funk­ti­on wur­den zu­erst Anton Zöh­rer (Rg EM) und dann 1966 Her­bert Cret­nik (BbW), der die Ge­schi­cke der „Bun­des­län­der-Ver­si­che­rung“ bis 1980 lei­te­te. Da­nach war Kurt Ruso (ehe­mals Merc) Ge­ne­ral­di­rek­tor, der je­doch Ende 1985 zu­rück­tre­ten mußte und dann 1988 wegen Un­treue zu sie­ben Jahr Haft ver­ur­teilt wurde. An­fang 1986 über­nahm Wal­ter Pe­trak (S-B EM) die Füh­rung der „Bun­des­län­der-Ver­si­che­rung“ und hatte sie bis Ende 1996 inne. Da­nach kam es zum Umbau in die UNIQA.

Hö­ß­lin­ger, der un­ver­hei­ra­tet blieb, starb nach län­ge­rem Lei­den. Sein Be­gräb­nis am 18. De­zem­ber 1935 ge­stal­te­te sich zu einer Ma­ni­fes­ta­ti­on des po­li­ti­schen („Stän­de­staat“) Ös­ter­reich und des Po­li­ti­schen Ka­tho­li­zis­mus unter Teil­nah­me zahl­rei­cher ent­spre­chen­der Pro­mi­nenz. Er wurde in der Ein­gangs­hal­le des Ver­wal­tungs­ge­bäu­des der „Bun­des­län­der-Ver­si­che­rung“ (Renn­gas­se 1) auf­ge­bahrt. Dort er­folg­te um 13 Uhr die erste Ein­seg­nung durch den Abt des Schot­ten­stif­tes, Her­mann Peichl (M-D). Nach die­ser hielt der Vor­sit­zen­de des Län­der­ku­ra­to­ri­ums der „Bun­des­län­der-Ver­si­che­rung“, der Salz­bur­ger Lan­des­haupt­mann Franz Rehrl (AW), eine Ge­denk­an­spra­che, bei der die Per­son Hö­ß­lin­gers und seine Leis­tun­gen ge­wür­digt wur­den, ins­be­son­de­re auch sein so­zia­les und kirch­li­ches En­ga­ge­ment.

Da­nach be­weg­te sich der Kon­dukt in die be­nach­bar­te Schot­ten­kir­che, wo der Wie­ner Weih­bi­schof Franz Kam­prath (F-B EM) die zwei­te Ein­seg­nung vor­nahm. Mu­si­ka­lisch um­rahmt wurde diese unter der Lei­tung des Wie­ner Dom­ka­pell­meis­ters Fer­di­nand Habel sen. (Nc EM). Unter wid­ri­gen Wet­ter­um­stän­den (Schnee und Regen) fuhr dann der Kon­dukt nach Preß­baum, wo in der dor­ti­gen Pfarr­kir­che vom Orts­pfar­rer die drit­te Ein­seg­nung er­folg­te. An­schlie­ßend wurde der Leich­nam un­weit auf dem Fried­hof von Dürr­wi­en im Fa­mi­li­en­grab bei­ge­setzt. Der Se­ni­or der No­ri­ca, Jo­hann Krie­ger (Nc), warf die Bän­der und Müt­zen der No­ri­ca und der Aus­tria Wien ins of­fe­ne Grab. Die Char­gier­ten bei­der Ver­bin­dun­gen nah­men, wie schon beim Vater, an den Be­gräb­nis­fei­er­lich­kei­ten teil.

Quellen und Literatur:

Verbindungsarchiv Norica (Georg Schmitz, 4. 2. 2017)
Academia 13 (1900/01), 375; 15 (1902/03), 300 (hier ist „Noricas Schlachtenfarben“ abgedruckt) und 25 (1912/13), 14 (15. 6. 1912).
Reichspost, 29. 11. 1898, 10. 1. 1917 sowie 16. und 19. 12. 1935.
Österreichische Illustrierte Zeitung, 39. Jg., Heft 14, 7. 4. 1929, 21f.
Funder, Friedrich (Cl): Das weiß-blau-goldene Band. „Norica“: Fünfzig Jahre Wiener katholischen Studententums. Innsbruck 1933, 54–56, 61 und 74.
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Band 2, Wien 1959, 370.
Rehberger, Robert (Rd): Geschichte der katholischen österreichischen Studenten-Verbindung Austria in Wien. Erster Teil 1876 – 1889. Wien o. J. (1957), 15f. (über Max Hößlinger und Karl Lueger)
Ders.: Geschichte der katholischen österreichischen Studenten-Verbindung Austria-Wien. Zweiter Teil 1890–1900. Wien o. J. (1996), 65 (Hößlinger als Ehrenbursch der Austria)