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LVik. Kan. i.R. Johannes Tschuor

LVik. Kan. i.R. Johannes Tschuor

Ehrenmitgliedschaften: Alpenland

Geboren: 17.02.1896, Sargans (Kanton St. Gallen, Schweiz)
Gestorben: 07.07.1990, Schaan (Fürstentum Liechtenstein)
Generalvikar des Bistums Chur für das Fürstentum Liechtenstein, Vizepräsident und Generalsekretär der Pax Romana, Weltpriester

Lebenslauf:

Tschuor wurde als Sohn eines Bahnbediensteten („Kondukteur“) der Schweizer Bundesbahn geboren und absolvierte das Gymnasium in Sarnen (Kanton Obwalden, Schweiz). Danach begann er mit dem Wunsch, Priester zu werden, das Studium an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Freiburg/Schweiz (Lic. theol.), wo er dem Schweizerischen Studentenverein (StV) beitrat. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1922 war er von 1924 bis 1933 Kaplan („Pfarrhelfer“) in Sarnen. Danach wurde er Pfarrer von Schaan (Liechtenstein), was er bis 1965 war. Anschließend war er bis 1983, also bis ins hohe Alter, Vikar in Planken, wo es eine kleine Kirche gibt, die zu Schaan gehört.

1952 wurde Tschuor zum Generalvikar des Bistums Chur (Kanton Graubünden, Schweiz) für das Fürstentum Liechtenstein ernannt, das damals zu dieser Diözese gehörte. Nunmehr ist Liechtenstein ein eigenes Erzbistum. Diese Funktion übte er bis 1972 aus. 1957 wurde er als Vertreter von Liechtenstein zum Mitglied des Domkapitels von Chur (Domherr) ernannt, was er bis zu seinem Tod blieb. Dieses hat das Recht, ähnlich wie in Salzburg und in Deutschland (mit Ausnahme Bayerns) den Bischof aus einem Dreiervorschlag des Heiligen Stuhls zu wählen. 1956 erhielt Tschuor den Titel eines fürstlichen Geistlichen Rates von Fürst Franz Josef II. von und zu Liechtenstein (NdW) verliehen. Während des Krieges wirkte Tschuor gegen den nationalsozialistischen Einfluß in Liechtenstein. 1948 gründete er das liechtensteinische Kirchenblatt, das er bis 1967 leitete.

Am 19. Juli 1921 fand der erste internationale Kongreß der katholischen Studenten in Freiburg/Schweiz statt. Die Initiative zu diesem Kongreß für diesen ging vom StV aus, wo dann die Internationale Vereinigung katholischer Studenten Pax Romana gegründet wurden. Überlegungen hierfür sind seit 1888 nachweisbar. Tschuor wurde ihr erster Generalsekretär und übte dieses Amt als junger Priester bis 1924 aus. Danach war er in der Seelsorge tätig (siehe oben). Der österreichische CV war bis 1938 über den Dachverband Katholische Deutsche Hochschülerschaft Österreichs (KDHÖ) Mitglied der Pax Romana.

Kurz nach Kriegsende im Jahr 1945 gab es seitens des VOP des wiederentstandenen ÖCV, Gerald Grinschgl (Cl), der damals in Innsbruck studierte, Kontakte zur Pax Romana bzw. Tschuor, der ab 1938 auch eine Zeitlang deren Vizepräsident war. Grinschgl reiste noch im Mai 1945 nach Schaan und traf dort Karl Rudolf (Am) und Theodor Veiter (ehemals Rd), die vor 1938 ebenfalls in Kontakt zur Pax Romana und Tschuor standen. Dieser finanzierte die kurzlebige Zeitschrift „Unser Weg empor“ des damaligen Vororts Carolina, deren Titel an „Unser Weg“, der Zeitschrift der KDHÖ, erinnern sollte.

Mitglied der Pax Romana wurde 1948 zuerst die Katholische Hochschuljugend (KHJ), eine Gliederung der Katholischen Aktion (KA), und dann 1949 der ÖCV. 1950 kam es zu Konflikten zwischen dem ÖCV und der KHJ, nachdem herausgekommen war, daß die KHJ in den Jahren davor erhebliche Geldbeträge von der Pax Romana bekommen hatte, ohne den ÖCV daran zu beteiligen. Für diesen trat die Pax Romana im Lauf der Jahre immer mehr in den Hintergrund. 2004 trat dann der ÖCV aus der Pax Romana aus.

Quellen und Literatur:

www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D21127 (Abruf 2. 2. 2016)
Hartmann, Gerhard (Baj): Für Gott und Vaterland. Geschichte und Wirken des CV in Österreich. Kevelaer 2006, S. 293 und 548.
Hartmann, Gerhard (Baj): Im Gestern bewährt. Im Heute bereit. 100 Jahre Carolina. Zur Geschichte des Verbandskatholizismus. Unter Mitarbeit von Dieter A. Binder. Herausgegeben von Maximilian Liebmann im Auftrag des Altherrenbundes der K. Ö. H. V. Carolina (= Grazer Beiträge zur Theologiegeschichte und Kirchlichen Zeitgeschichte Band 2). Graz 1988, S. 422.