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Vors. BR Abg. z. NR a.D. RA i.R. Mag. Dr. Jörg Iro

Vors. BR Abg. z. NR a.D. RA i.R. Mag. Dr. Jörg Iro

Urverbindung: Norica (04.07.1947)

Geboren: 16.09.1926, Wien
Gestorben: 14.01.2017, Wien
Vorsitzender des Bundesrates, Nationalratsabgeordneter, Mitglied des Bundesrates, Rechtsanwalt

Lebenslauf:

Iro wurde als Sohn des Ge­sangs­päd­ago­gen und Ge­sangs­leh­rers Prof. Otto Iro und einer Kon­zert­sän­ge­rin ge­bo­ren. Sein Gro­ßva­ter war der all­deut­sche, aus Eger (Cheb, Böh­men) stam­men­de Reichs­rats­ab­ge­ord­ne­te und böh­mi­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Karl Iro, der auch Her­aus­ge­ber der „Un­ver­fälsch­ten deut­schen Worte“ war. Er war einer de­rengs­ten Mit­ar­bei­ter und po­li­ti­schen Weg­ge­fähr­ten des all­deut­schen Par­tei­füh­rers Georg Rit­ter von Schö­ne­rer und Agi­ta­tor der Los-von-Rom-Be­we­gung Ende des 19. Jahr­hun­derts.

Iro ab­sol­vier­te 1944 das Gym­na­si­um in Wien-Ma­ria­hilf (Amer­ling­stra­ße), wo der erste VOP des drit­ten ÖCV, Al­fred Benn (Nc), sein Leh­rer und Klas­sen­vor­stand war. Iro wurde da­nach drei­mal ge­mus­tert und jedes Mal wegen eines Herz­klap­pen­feh­lers zu­rück­ge­stellt, wo­durch er sich den Kriegs­dienst er­spa­ren konn­te. Er trat dar­auf­hin in das Wie­ner Pries­ter­se­mi­nar ein und be­gann das Stu­di­um an der Ka­tho­lisch-Theo­lo­gi­schen Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Wien. Je­doch trat er aus dem Pries­ter­se­mi­nar nach einem hal­ben Jahr wie­der aus und wech­sel­te nach drei Se­mes­tern zu Be­ginn des Som­mer­se­mes­ters 1946 an die Rechts- und Staats­wis­sen­schaft­li­che Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Wien (Dr. iur. 1950), wo er der No­ri­ca bei­trat (Cou­leur­na­me Ori).

Iro wurde schon wäh­rend des Krie­ges von dem spä­te­ren Dom­pre­di­ger und Aka­de­mi­ker­seel­sor­ger Otto Mauer ge­prägt und nach dem Krieg ani­miert, in sei­ner Hei­mat­pfar­re Wien-Ma­ria­hilf das Ka­tho­li­sche Bil­dungs­werk auf­zu­bau­en. In der dor­ti­gen Pfarr­ju­gend war er ge­mein­sam mit dem spä­te­ren ÖVP-Po­li­ti­ker Franz Josef Bauer (Nc).

Nach dem Ge­richts­jahr in Wien war er Rechts­an­walts­an­wär­ter zu­erst in Schwa­nen­stadt und dann in Vöck­la­bruck (Ober­ös­ter­reich). Dort er­öff­ne­te er am 1. Au­gust 1956 eine Rechts­an­walts­kanz­lei, die er bis 1990 be­trieb.

Iro en­ga­gier­te sich in der ÖVP und wurde be­reits 1952 ÖVP-Orts­par­tei­ob­mann von Weyr­egg am At­ter­see (Be­zirk Vöck­la­bruck, Ober­ös­ter­reich), wo er wohn­te. 1960 wurde er dann Haupt­be­zirks­par­tei­ob­mann von Vöck­la­bruck, wel­che Funk­ti­on er bis 1990 aus­üb­te. Das führ­te zu po­li­ti­schen Man­da­ten. Als Leo­pold Hel­bich (Nc) in den Na­tio­nal­rat wech­sel­te, wurde Iro am 10. De­zem­ber 1962 vom ober­ös­ter­rei­chi­schen Land­tag in den Bun­des­rat ent­sandt, wo er bis zum 15. Ok­to­ber 1974 blieb, sowie des­sen Vor­sit­zen­der vom 1. Ja­nu­ar bis zum 30. Juni 1966 war. Vom 15. Ok­to­ber 1974 bis zum 5. Mai 1975 war er Na­tio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ter. Von 1968 bis 1975 war er ober­ös­ter­rei­chi­scher Lan­des­ob­mann des Ös­ter­rei­chi­schen Aka­de­mi­ker­bun­des. Zeit­wei­se war er auch Jus­tiz­spre­cher der ÖVP-Bun­des­par­tei­lei­tung.

Iro war bis zum Ende sei­nes Le­bens geis­tig prä­sent und se­gel­te noch in sei­nem letz­ten Som­mer auf dem At­ter­see. Er war Eh­ren­phi­lis­ter der MKV-Ver­bin­dung Fran­ko­n­ia Vöck­la­bruck und wurde auf dem Fried­hof in Weyr­egg be­gra­ben. Sein Sohn ist Jörg Iro (Nc).

Quellen und Literatur:

Verbindungsarchiv Norica (Georg Schmitz). Lebenslauf verfaßt von Jörg Iro (undatiert).
Slapnicka, Harry: Oberösterreich. Die politische Führungsschicht ab 1945 (= Beiträge zur Zeitgeschichte Oberösterreichs). Linz 1989, S. 120f.
Biographisches Handbuch der österreichischen Parlamentarier 1918–1993. Hg. von der Parlamentsdirektion. Wien 1993, S. 247f.