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VHR LBD i.R. Dipl.-Ing. Otto Heinz Müller

VHR LBD i.R. Dipl.-Ing. Otto Heinz Müller

Urverbindung: Franco-Bavaria (05.07.1921)

Geboren: 24.12.1903, Wien
Gestorben: 27.06.1984, Wien
Vortr. Hofrat, Landesbaudirektor (Niederösterreich)

Lebenslauf:

Otto Edwin Heinrich Müller, so sein voller Name, wurde als Sohn eines Bankdirektors geboren. Nach der Volksschule besuchte er die Realschule in Wien-Währing (Schopenhauerstraße). Im September 1918, kurz vor Ende des Krieges, wechselte er an die Militär-Oberrealschule in Marburg an der Drau, weil er die Offizierslaufbahn ergreifen wollte. Diese mußte er im November 1918 wieder verlassen und kehrte an seine Realschule in Wien-Währing zurück, wo er 1921 maturierte. In dieser Zeit wurde er bei der katholischen Pennalie Ostaricia (später MKV) aktiv.

Nach seiner Matura begann Müller das Studium der Kulturtechnik an der Hochschule für Bodenkultur in Wien (Dipl.-Ing. 1925), wo er zuerst der Alpenland beitrat. In der Folge fand er Kontakt zu der speziell für die Hochschule für Bodenkultur im Mai 1921 gegründeten CV-Verbindung Pflug. Müller wurde bei dieser Bandinhaber h. c., und Anfang 1923 kam es zum Wechsel der Urverbindung unter Beibehaltung des Rezeptionsdatums bei Alpenland (Couleurname Karbid). Im Wintersemester 1923/24 war er Senior. Von 1929 bis 1931 war er als Nachfolger von Friedrich Stockinger (F-B, Pf) sowie von 1935 bis 1938 als Nachfolger von Ludwig Strobl (F-B, Pf) Philistersenior des Pflug. Er war der letzte Philistersenior dieser Verbindung, denn nach 1945 wurde sie nicht mehr wiedererrichtet. Deren Mitglieder wurden von der Mutterverbindung Franco-Bavaria übernommen.

Nach dem Studienende war Müller 1925/26 beim Bau des Mallnitzkraftwerkes der ÖBB eingesetzt. Im April 1926 war er kurz als Assistent für Geodäsie im Unterrichtsministerium, um Anfang Mai 1926 in den Dienst der Niederösterreichischen Landesregierung zu treten, wo er zuerst der kulturtechnischen Abteilung zugeteilt war. Nach dem Anschluß verblieb er im Dienst der nunmehrigen Statthalterei Niederdonau, wurde aber von der Gestapo verhört. Im Mai 1940 wurde er zum Wasserwirtschaftsamt St. Pölten versetzt, deren stellvertretender Leiter er im November 1940 wurde. Im März 1942 wurde er dem Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete sowie dann der „Organisation Todt“ zugeteilt und war in Shitomir (Ukraine) eingesetzt. Von Mitte Juni 1943 bis Mitte Juni 1944 war er krankheitsbedingt nicht im Dienst. Vom September 1944 bis Ende April 1945 war er bei der „Organisation Todt“ in Prag.

Nachdem Müller Ende August 1945 heimgekehrt ist, trat er wieder seinen Dienst in der Niederösterreichischen Landesregierung an. Im Februar 1946 wurde er zum Leiter des Gebietsbauamtes III St. Pölten bestellt, was er praktisch schon seit Oktober 1945 war. In der Folge wurde er zum Leiter des Gebietsbauamtes I Wien-Umgebung und mit 17. Februar 1950 zum Referenten des Landesbauamtes bestellt. Am 1. Juli 1950 wurde zum Wirkl. Hofrat ernannt. Am 14. Oktober 1952 wurde er mit der provisorischen der Landesbaudirektion betraut, definitiver Leiter wurde er mit 22. Juni 1954. Mit 1. Januar 1953 erfolgte seine Ernennung zum Vortr. Hofrat, der dem Sektionschef gleichgestellt ist.

Müller stand in den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg an entscheidender Stelle im Bauwesen Niederösterreichs. Hervorzuheben ist, daß nach 1955 unter seiner Aufsicht der Ausbau des Flughafens Wien-Schwechat erfolgt ist. Mit 1. Januar 1969 trat er in den Ruhestand. Er wurde auf dem Friedhof Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling, Niederösterreich) begraben. Er war auch Bandphilister der MKV-Verbindung Gothia Wien. Seine Söhne waren Gerhard Carl Müller (F-B) und Norbert Müller (Rt-D).

Quellen und Literatur:

Verbindungsarchiv Franco-Bavaria, Lebensläufe und Personalstandesblatt 1945..
Aktenbestand der Ehrenzeichenkanzlei der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsdirektor i. R. Heinz Hafner Am, Mitteilung 13. 2. 2025).