Lebenslauf:
Holubowsky begann nach seiner Matura gleich mit dem Studium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, wo er der Austria beitrat (Couleurname Theoderich). Er wurde jedoch bald zur k. u. k. Armee einberufen. Nach dem Krieg setzte er sein Studium fort, beendete es aber nicht. Er engagierte sich in der Verbindung und war im Wintersemester 1921/ 22 Senior. Außerdem war er 1920 Vorsitzender des Katholisch-Deutschen Akademikerausschusses (KDAA) Wiens.
Auf der Cartellversammlung im Sommer 1920 wurde für das Sommersemester 1921 und das Wintersemester 1921/22 die Austria Wien zum Vorort gewählt. Damals begann das Vorortsjahr mit 1. April eines Jahres und endete mit 31. März des Folgejahres. Das hing mit dem Schuljahr in Deutschland zusammen. Es war zu dieser Zeit auch üblich, daß für jedes Semester eines Vorortsjahres ein eigener Vorortspräsident (VOP) gewählt wurde.
Auf einem ao. BC der Austria am 22. Januar 1921 wurde Viktor Frisch (AW) zum Vorortspräsidenten (VOP) gewählt. Jedoch bereits am ao. BC am 27. Februar wurde mitgeteilt, daß er aus familiären Gründen als VOP enthoben werden müsse. Auf dem BC vom 1. März wurde schließlich Holubowsky zum VOP gewählt, der damit mit 1. April 1921 offiziell dieses Amt angetreten hat. Bereits in der März-Nummer 1921 der „Academia“ gab es einen kurzen Hinweis auf den kommenden Vorort Austria, wobei der Name des VOP Holubowsky genannt wurde. In der Doppelnummer 1/2 des Jahrgangs 1921/22 der „Academia“, datiert mit 25. Mai, wurden der VOP Holubowsky sowie die übrigen Vorortschargen vorgestellt.
In der Nummer 3 der „Academia“ vom 25. Juli wurde jedoch ein Vorortsausschuß mit dem VOP Frisch gemeldet, der offenbar wieder zurückgekehrt ist. Wie lange Holubowsky VOP war, läßt sich leider nicht mehr exakt feststellen, weil gerade das BV-Protokollbuch für diese Zeit im Archiv der Austria fehlt. Der Rücktritt Holubowskys und die Wiederkehr von Frisch dürften Ende Juni/Anfang Juli erfolgt sein. In den Gesamtverzeichnissen des CV bis 1933 sowie die des deutschen CV nach 1945 gibt es eine Liste der Vororte mit den Vorortspräsidenten. Dort werden für den Vorort der Austria 1921/22 nur Frisch sowie Johann Gföllner (AW) für das Wintersemester 1921/22 angeführt, Holubowsky fehlt jedoch. Dieser wurde offenbar nur als ein vorübergehender Platzhalter für Frisch angesehen, was aber nicht korrekt ist, denn er wurde offiziell zum VOP gewählt. Er wurde bzw. wird zu Unrecht in diesen VOP-Listen nicht angeführt.
Holubowsky war dann für das Wintersemester 1921/22 Senior der Austria. Er trat 1924 in den Dienst der bekannten Wiener Büromittelfirma Koreska und wurde in den Gesamtverzeichnissen des CV als „Fabriksekretär“ geführt. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen, war Hauptmann beim XIV. Panzerkorps und wird seit Anfang 1943 in Stalingrad vermißt.
Quellen und Literatur:
Verbindungsarchiv Austria Wien (Personalstandesblatt). BC-ProtokollbuchSchönner, Hannes: Auf mit Gott zur Mannestat. Die Geschichte der K. Ö. St. V. Austria-Wien. Wien 2001, 78 und 111.
Gerhard Hartmann, Gott getreu und treu der Pflicht. Hundertfünfzig Jahre Austria Wien. 1876 bis 2026. Wien 2026, 118, 121–123, 203.