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Präs. Reichsrats-Abg. LAbg. RA Dr. Viktor Frhr. von Fuchs

Präs. Reichsrats-Abg. LAbg. RA Dr. Viktor Frhr. von Fuchs

Ehrenmitgliedschaften: Austria-Wien, Norica

Geboren: 25.10.1840, Wien
Gestorben: 29.09.1921, Hall (Bezirk Innsbruck-Land, Tirol)
Präsident des Abgeordnetenhauses des Reichsrates, Reichsratsabgeordneter, Landtagsabgeordneter (Salzburg), Mitglied des Verfassungsgerichtshofes, Rechtsanwalt

Lebenslauf:

Fuchs wurde als Sohn eines Be­am­ten im Hof­ta­xamt ge­bo­ren. Nach der Volks­schu­le be­such­te er das Be­ne­dik­ti­ner­gym­na­si­um in Melk (Nie­der­ös­ter­reich), wo er 1859 ma­tu­rier­te. An­schlie­ßend stu­dier­te er an der Rechts­wis­sen­schaft­li­chen Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Wien (abs. iur. 1863, Dr. iur. 1867). Nach dem Stu­di­um schlug er die Rechts­an­walts­lauf­bahn ein und er­öff­ne­te am 1. Ok­to­ber 1872 in Wien eine ei­ge­ne Kanz­lei („k. k. Hof- und Ge­richtsad­vo­kat“).

Be­reits in Wien hatte Fuchs Kon­tak­te zur auf­stre­ben­den ka­tho­lisch-kon­ser­va­ti­ven Be­we­gung. Ab 1878 en­ga­gier­te er sich in Salz­burg po­li­tisch und kan­di­dier­te noch im sel­ben Jahr für den Salz­bur­ger Land­tag, wurde ge­wählt und ge­hör­te die­sem vom Sep­tem­ber 1878 bis 1913/18 an. Ein Jahr spä­ter kan­di­dier­te er für das Ab­ge­ord­ne­ten­haus des Reichs­ra­tes, wurde ge­wählt und ge­hör­te die­sem vom 7. Ok­to­ber 1879 bis zum Ende der Mon­ar­chie an, zu­letzt für den Wahl­kreis Salz­burg 7 (Pinz­gau, Pon­gau).

Fuchs ge­hör­te zu den pro­fi­lier­te­ren ka­tho­lisch-kon­ser­va­ti­ven Ab­ge­ord­ne­ten und zu den po­li­tisch füh­ren­den Per­sön­lich­keit im Kron­land Salz­burg. 1896 war er im Reichs­rat Mit­be­grün­der der Ka­tho­li­schen Volks­par­tei und mach­te 1907 die Ver­ei­ni­gung mit den Christ­lich­so­zia­len mit. Im Mai 1901 war er einer der Pro­po­nen­ten bei der Grün­dung der Anti-Duell-Liga Ös­ter­reichs. Von 1887 bis 1891 war er Vi­ze­prä­si­dent, von 1897 bis 1907 Prä­si­dent und da­nach bis zum Ende der Mon­ar­chie wie­der Vi­ze­prä­si­dent der Staats­schul­den­kom­mis­si­on, eines Or­gans des Reichs­ra­tes. Vom 21. März 1898 bis zum 7. Sep­tem­ber 1900 war er Prä­si­dent des Ab­ge­ord­ne­ten­hau­ses, im No­vem­ber/De­zem­ber 1897 war er kurz des­sen Zwei­ter Vi­ze­prä­si­dent.

Auf­grund sei­nes Reichs­rats­ab­ge­ord­ne­ten­man­dats war er ab 21. Ok­to­ber 1918 Mit­glied der Pro­vi­so­ri­schen Na­tio­nal­ver­samm­lung, der er dann bis zum 16. Fe­bru­ar 1919 an­ge­hör­te. Nach dem Krieg war er nicht mehr po­li­tisch tätig, war je­doch ab 1919 bis zu sei­nem Tod Mit­glied des Ver­fas­sungs­ge­richts­ho­fes.

Fuchs ehe­lich­te 1874 Maria Gör­res, eine En­ke­lin von Jo­seph Gör­res, einem der be­kann­tes­ten ka­tho­li­schen Pu­bli­zis­ten der ers­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts in Deutsch­land und Be­grün­der des „Rhei­ni­schen Mer­kurs“. Bei­der Sohn war Lud­wig Frhr. von Fuchs (Nc) (1875–1939).
Vik­tor Fuchs wurde am 30. No­vem­ber 1908 von Kai­ser Franz Jo­seph in den erb­li­chen Frei­her­ren­stand er­ho­ben und er­hielt von Kai­ser Karl I. im Früh­jahr 1917 den Titel eines Wirk­li­chen Ge­hei­men Rates, mit dem die An­re­de Ex­zel­lenz ver­bun­den war. Er ist auch Na­mens­ge­ber der von sei­nen Nach­fah­ren er­rich­te­ten „Dr,-Vik­tor-Frei­herr-von-Fuchs-Stif­tung“ in Mün­chen, die In­itia­ti­ven för­dert, Men­schen ein Leben und Ster­ben in Würde zu er­mög­li­chen.

Fuchs wurde in einer Gruft auf dem Fried­hof Salz­burg-Aigen be­gra­ben, die aber nicht mehr exis­tiert.

Quellen und Literatur:

Verbindungsarchiv Norica (Georg Schmitz, 18. 3. 2022)
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Band 1, Wien 1957, 379f.
Biographisches Handbuch der österreichischen Parlamentarier 1918–1993. Hg. von der Parlamentsdirektion. Wien 1993, 137.
Klieber, Rupert J.: Politischer Katholizismus in der Provinz. Salzburgs Christlichsoziale in der Parteienlandschaft Alt-Österreichs (= Publikationen des Instituts für Kirchliche Zeitgeschichte, Band 28). Salzburg 1994, 338.
Hartmann, Gerhard (Baj): Für Gott und Vaterland. Geschichte und Wirken des CV in Österreich. Kevelaer 2006, 96 und 189.
Voithofer, Richard: Politische Eliten in Salzburg. Ein biografisches Handbuch 1918 bis zur Gegenwart (= Schriftenreihe des Forschungsinstituts für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Salzburg, Band 32). Wien 2007, 56.
https://www.parlament.gv.at/WWER/PARL/J1848/Fuchs_2.shtml