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Bschf. Dr. Johannes Nepomuk Remiger

Bschf. Dr. Johannes Nepomuk Remiger

Ehrenmitgliedschaften: Ferdinandea (Prag) zu Heidelberg

Geboren: 04.05.1879, Weshorsch (Bezirk Tachau, Böhmen; Zhoř bzw. Tachov, Tschechien)
Gestorben: 21.05.1959, Gauting (Kreis Starnberg, Bayern)
Weihbischof von Prag

Lebenslauf:

Remiger absolvierte das k. k. Staatsgymnasium in Mies und trat nach der Matura 1898 in das Prager Priesterseminar ein, wurde aber gleich nach Rom gesandt und begann an der dortigen Lateranuniversität das Studium der Theologie (Dr. theol. 1903). Am 24. Mai 1902 wurde er in Rom zum Priester geweiht. Ein Jahr später, nach Studienende, kehrte er in die Erzdiözese Prag zurück und war in der Seelsorge eingesetzt.

1907 wurde Remiger Assistent bei Karl Hilgenreiner (Fd EM) an der Theologischen Fakultät der deutschen Karl-Ferdinands-Universität Prag. 1910 wurde er Religionsprofessor
am Gymnasium in Mies, wo er maturiert hatte, und ab 1920 auch an der dortigen Lehrerbildungsanstalt. 1928 wurde er zum Domkapitular des Prager Domkapitels ernannt. Nachdem bereits 1926 der Prager Weihbischof für die deutschen Katholiken dieses Erzbistums, Georg Glosauer (Fd EM), verstorben war, wurde nach mehr als dreijähriger Vakanz Remiger am 16. Dezember 1929 zum Titular-Bischof von Dadima und Weihbischof von Prag ernannt. Die Bischofsweihe erfolgte am Fest Mariä Lichtmeß des Jahres 1930 (2. Februar). Bereits zwei Tage später verlieh ihm die Ferdinandea die Ehrenmitgliedschaft.

Infolge der Annexion der Sudetengebiete im Herbst 1939 und der Errichtung des Protektorats Böhmen-Mähren im März 1939 wurde das Erzbistum Prag geteilt und die Seelsorge dadurch erschwert. Die Gestapo überwachte Remigers Tätigkeit, und der Grenzübertritt von ihm aus dem Protektorat in den Sudetengau wurde immer schwerer. Zusätzlich wurde seine Arbeit belastet, als 1941 der tschechische Erzbischof von Prag starb und der erzbischöfliche Stuhl erst 1946 wieder nachbesetzt werden konnte.

Bei Kriegsende wurde Remiger zuerst fünf Tage ohne Nahrung in den Keller eines Prager Palais auf der Kleinseite eingesperrt. Danach wurde er im Franziskanerkloster Hajek bei Prag interniert und im September 1946 nach Deutschland bzw. Bayern ausgewiesen. Zuerst war er im Benediktinerkloster Schäftlarn bei Münschen, dann bis 1955 Hausgeistlicher bei den Englischen Fräulein in Buchendorf bei Gauting. Danach blieb er in Gauting und unterstütze das Erzbistum bei Weihehandlungen. Darüber hinaus wirkte er als Seelsorger für die Heimatvertriebenen und war Geistlicher Protektor der Ackermann-Gemeinde. Er wurde im Liebfrauendom in München beigesetzt.

Quellen und Literatur:

http://www.catholic-hierarchy.org/bishop/bremi.html
http://www.ackermann-gemeinde.de/aktuell/aktuelles/einzelansicht/gedenken-an-den-letzten-deutschen-weihbischof-von-prag/d40334bb68b0d8847bf254263802f55c.html?type=98&L=2
http://kulturportal-west-ost.eu/biographien/remiger-johannes-nepomuk
Farbe tragen, Farbe bekennen 1938–45. Katholisch Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Hg. von Peter Krause (Rt-D), Herbert Reinelt und Helmut Schmitt. Zweite wesentlich erweiterte Auflage. Teil 2: Kuhl, Manfred (F-B): Ergänzungsband Biographien. Wien 2020, S. 424f.