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Sekt.-Chef i.R. Dr. Roland Jiresch

Sekt.-Chef i.R. Dr. Roland Jiresch

Urverbindung: Rudolfina (17.06.1930)

Geboren: 07.04.1912, Wien
Gestorben: 20.02.1982, Wien
Sektionschef (Bundeskanzleramt)

Lebenslauf:

Jiresch wurde als Sohn des Wiener Magistratsbeamten Robert Jiresch (Rd [AW]) und Gründers der Rudolfina geboren. Er absolvierte 1930 das Gymnasium in Wien-Währing (Klosterhasse) und begann anschließend das Studium an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien (Dr. iur. 1935), wo er der Rudolfina beitrat (Couleurname Laudon). Nach Beendigung seines Studiums trat er im April 1935 in den Dienst des Magistrats der Stadt Wien.

Nach dem Anschluß im März 1938 wurde Jiresch außerdienstgestellt und aus politischen Gründen mit 31. Oktober 1938 des Dienstes enthoben. Im August 1939 wurde er zur Deutschen Wehrmacht einberufen, jedoch bereits Ende 1939 aus gesundheitlichen Gründen wieder entlassen. Danach war er die ganze Kriegszeit in der Bauwirtschaft tätig. Ab 1940 betätigte er sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Nach dem Krieg wurde Jiresch als Magistratsbeamter rehabilitiert und war zuerst in der Magistratsabteilung 2 (Einzelpersonalangelegenheiten) tätig. Im November 1950 wechselte er in das Rechtsreferat der Stadtbauamtsdirektion, das er seit 1956 leitete. 1959 wurde er zum Senatsrat befördert. Nach dem Tod des Präsidialsektionschefs des Bundeskanzleramts, Eduard Chaloupka (Baj), wurde Jiresch mit 1. November 1967 zu dessen Nachfolger bzw. zum Sektionschef ernannt. Bundeskanzler Josef Klaus (Rd) verbrachte mit Jiresch in der Rudolfina gemeinsam die Aktivenzeit und wollte mit dessen eher ungewöhnlichen Ernennung einen Vertrauten im Bundeskanzleramt haben.

Zu seinen Tätigkeiten im Bundeskanzleramt gehörten neben den üblichen Aufgaben auch die Koordination der Einführung und Verwendung von EDV-Anlagen in allen Bundesdienststellen. Dieser Bereich begann damals, bedeutsam zu werden. Des Weiteren wurde er mit der Koordinierung der Umfassenden Landesverteidigung betraut. Bezüglich der Errichtung der UNO-City in Wien-Kagran übernahm er die Koordination aller Fragen der Infrastrukturmaßnahmen zwischen dem Bund und der Stadt Wien.

Jiresch ging Ende 1977 in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Präsidialsektionschef des Bundeskanzleramtes wurde Lukas Beroldingen (Nc). Jiresch war auch Philistersenior der Rudolfina. Sein Bruder war Konrad Jiresch (AW), sein Sohn ist Manfred Jiresch (Rd). Jiresch wurde auf dem Dornbacher Friedhof begraben (18/15).

Quellen und Literatur:

Aktenbestand der Ehrenzeichenkanzlei der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsvizedirektor Heinz Hafner Am, Mitteilung 24. 10. 2017).
ÖCV Archiv. Personalakte. Roland Jiresch.