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Franz Arnold

Franz Arnold

Urverbindung: Norica (23.10.1925)

Geboren: 06.02.1893, Wien
Gestorben: 12.05.1963, Wien
Universitätsprofessor (Kirchenrecht), Landtagsabgeordneter (Wien), Weltpriester

Lebenslauf:

Arnold absolvierte in Wien (Rainergasse) 1912 das Gymnasium. Anschließend trat er dort in das Priesterseminar ein und begann das Studium an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien (abs. theol. 1916, Dr. theol. 1928). Am 16. Juli 1916 wurde er zum Priester geweiht. Anschließend war er in der Seelsorge tätig und bildete sich für die Taubstummenseelsorge aus. Er war auch Mitbegründer und dann Spiritual der Schwesternvereinigung von der hl. Agnes in Hinterbrühl (Bezirk Mödling, Niederösterreich), wo er später wohnte, und 1919 Gründer der sozialcaritativen Einrichtung „Frohe Kindheit“, eine Elternvereinigung, die man als Vorläuferin der Katholischen Jungschar nach 1945 bezeichnen kann.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Arnold Kaplan in der Pfarre Wien-Rennweg und schlug eine wissenschaftliche Laufbahn im Fach Kirchenrecht ein. Animiert wurde er dazu von seinem Lehrer, dem damals in Wien lehrenden Kanonisten Eduard Eichmann (Mm, Fd). Arnold vollendete sein Theologiestudium (Doktorat) und begann ein Studium an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien (Dr. iur. 1930). Im Rahmen dessen trat er der Norica bei (Couleurname Bischof). 1935 habilitierte er sich für Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Professoren dieses Faches waren zu dieser Zeit Konstantin Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst (Kb EM) und ab 1935 Johannes Hollnsteiner (ehemals Nc). Seit 1936 war er Richter am Wiener Metropolitan- und Diözesangericht.

Arnold betätigte sich auch politisch für die Christlichsoziale Partei, für die er 1932 bei den Wahlen für den Wiener Landtag bzw. Gemeinderat im Bezirk Neubau kandidierte und gewählt wurde. Diesem gehörte er dann vom 24. Mai 1932 bis zum 12. Februar 1934 an. Nach dem Anschluß ruhte ab 22. April 1938 seine Lehrtätigkeit, und am 6. Juli 1938 wurde ihm wegen seiner politischen Tätigkeit vor 1934 seine venia legendi entzogen. Im Juni 1944 wurde Arnold zu einem Sicherungsgeld von 1.500 RM verurteilt, weil er durch ein offenes Fenster des Arrestlokals der Panzer-Ersatz- und Ausbildungsabteilung mit einem inhaftierten Soldaten gesprochen und diesem vier Zigaretten gegeben hatte.

Nach dem Krieg wurde Arnold wieder rehabilitiert und 27. März 1946 zum außerordentlichen sowie am 21. Mai 1947 zum ordentlichen Universitätsprofessor für Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien ernannt. Franz Zehentbauer (Pan EM) supplierte bis dahin diese Lehrkanzel, die seit 1938 vacant war. In den Studienjahren 1950/51 und 1955/56 war er Dekan der Theologischen Fakultät und im Studienjahr 1961/62 Rektor der Universität Wien. Sein Nachfolger wurde Alexander Dordett (ehemals Merc).

Mit 1. Februar 1953 wurde Arnold als Nachfolger von Alois Illek (Rd) zum Offizial (Präsident) des Erzbischöflichen Metropolitan- und Diözesangerichts ernannt, welche Funktion er bis 1961 ausübte. Darüber hinaus war er Mitglied der rechtshistorischen Staatsprüfungskommission der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. Arnold prägte als akademischer Lehrer die starken Priesterjahrgänge der ersten 18 Jahre nach dem Krieg. Bei seinen Hörern erregte er immer Schmunzeln, wenn er mit seinem, angeblich Ignaz Seipel (Nc EM) ähnlichen Profil in den Vorlesungen kokettierte. Am 1. Juni 1951 wurde er zum Päpstlichen Geheimkämmerer (Monsignore) und am 25. August 1962 zum Päpstlichen Hausprälat ernannt

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Arnold starb als amtierender Prorektor der Universität Wien und wurde auf dem Friedhof in Hinterbrühl (Bezirk Mödling, Niederösterreich) begraben.

Werke:

(Auswahl)
Das Diözesanrecht nach den Schriften Hinkmar von Reims (1935).
Eherecht, Praktisches Handbuch für den Seelsorger (2. Aufl.1958).

Quellen und Literatur:

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien. 1884–1984. Festschrift zum 600-Jahr-Jubiläum. Hg. Ernst Christoph Suttner. Berlin 1984, S. 238f.
Farbe tragen, Farbe bekennen 1938–45. Katholisch Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Hg. von Herbert Fritz und Peter Krause (Rt-D). Wien 2. wesentlich verb. Aufl. 2013, S. 230.