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Btsch. i.R. Dr. Franz Ceska

Btsch. i.R. Dr. Franz Ceska

Urverbindung: Marco-Danubia (08.10.1956)

Geboren: 31.01.1936, Wien
Gestorben: 05.02.2026
Botschafter, Generalsekretär der Vereinigung Österreichischer Industrieller

Lebenslauf:

Ceska wurde als Sohn des Arztes Paul Ceska (Rd) und damaligen Mitglieds des Rates der Stadt Wien geboren und stammte aus Wien-Währing. Er besuchte das Schottengymnasium, wo er 1954 maturierte. Nach der Matura im Jahr 1954 begann er das Studium an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität (Dr. iur. 1958), wo er der Marco-Danubia beitrat. Während des Studiums war er vom November 1955 bis März 1956 im Handelsministerium kurz beschäftigt. 1958/59 studierte er am College of Europe in Brügge (Belgien).

Nach einer Gerichtspraxis im Oktober und November 1959 trat er mit 1. Dezember 1959 in den Dienst des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten und war in der Politischen Direktion tätig. Vom August 1961 bis zum Juli 1965 war er der österreichischen Botschaft in Paris zugeteilt und danach wieder im Außenministerium. Vom Juli 1969 bis zum Mai 1975 war er an der österreichischen Vertretung bei den UN-Behörden in Genf eingesetzt. Danach war er bis Februar 1977 Generalkonsul an der Delegation in Berlin. Diese war wegen des damaligen Viermächtestatus dieser Stadt eine „Vertretungsbehörde der besonderen Art“.

Danach kehrte Ceska wieder ins Außenministerium zurück und übernahm im Rahmen der Politischen Direktion (Sektion II) die Leitung der Abteilung Abrüstung (II.7). Mit 1. Januar 1979 wurde er zum ao. Gesandten und bev. Minister ernannt (entsprach einem Ministerialrat). Im Rahmen dieser Tätigkeit leitete er ab 1980 die österreichische Delegation bei einem Folgetreffen der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) in Madrid. Im Januar 1982 wurde er in Brüssel zum Botschafter im Königreich der Belgier bestellt, wo er bis April 1988 blieb, um danach bis Juli 1991 die Leitung der österreichischen Vertretung bei den UN-Behörden in Genf so wie bei den Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) zu übernehmen.

Ceska erhielt bei Karenzierung seiner Beamtenstellung das Angebot, die Funktion eines Generalsekretärs der Vereinigung Österreichischer Industrieller zu übernehmen, die er im November 1991 übernahm. In dieser Eigenschaft war er maßgeblich an den österreichischen Beitrittsverhandlungen zur EU beteiligt. Im Februar 1997 kehrte er wieder in den diplomatischen Dienst zurück und wurde zum österreichischen Botschafter in Paris bestellt. Dieser Position kam während der schwierigen Phase der damaligen Sanktionen der EU-Staaten gegenüber Österreich (wegen der ÖVP/FPÖ-Regierung) besondere Bedeutung zu. Aufgrund seines Postens in Paris wurde er mit 1. Dezember 1998 gemäß des Beamten-Dienstrechtsgesetzes in die Funktionsgruppe 8 übernommen, die in Nachfolge der ehemaligen Dienstklasse IX (Sektionschef) steht.

Ceska ging mit 31. Dezember 2001 in Pension. Danach war er bis 2012 Präsident des Hilfswerkes Austria International. Er wurde auf dem Friedhof Klosterneuburg-Weidling begraben.



Quellen und Literatur:

Aktenbestand der Ehrenzeichenkanzlei der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsdirektor i. R. Heinz Hafner Am, Mitteilung 11. 2. 2026).