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P. Seliger Franziskus Maria Johann Baptist Jordan , SDS

P. Seliger Franziskus Maria Johann Baptist Jordan , SDS

Urverbindung: Arminia Freiburg (18.12.1875)

Geboren: 16.06.1848, Gurtweil (Großherzogtum Baden, nunmehr Waldshut-Tiengen, Baden-Württemberg)
Gestorben: 08.09.1918, Tafers (Kanton Freiburg, Schweiz)
Seliger, Ordensgründer (Salvatorianer) und Ordenspriester (SDS)

Lebenslauf:

Jordan wurde als Sohn eines Bauern geboren und auf den Namen Johann Baptist getauft. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, ein Studium schien vorerst ausgeschlossen zu sein. Früh mußte er arbeiten, so am Bahnbau der Linie Basel – Konstanz, trat aber bald eine Lehre als Vergolder, Maler und Tapezierer an. Im Frühjahr 1867 ging er „auf die Walz“, wie das damals üblich war. 1869 wurde er zum Militärdienst beim 6. Badischen Infanterieregiment eingezogen, verließ aber dieses aus Gesundheitsgründen bereits nach kurzer Zeit.

Ab 1866 glaubte Jordan, zum Priester berufen zu sein. Zwei Priester aus Waldshut halfen ihm bei der Vorbereitung für das Gymnasium in Konstanz, wo er schließlich 1874 die Abiturprüfung ablegte. In dieser Zeit fiel seine Vorliebe für Sprachen auf, die er auf Ferienreisen pflegte. Im Herbst 1874 begann er das Studium an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Freiburg, wo er der Arminia beitrat (Couleurname Phrat, kommt vom hebr. Wort für Fluß [siehe Euphrat]).

Als im Rahmen des Kulturkampfs das Theologenkonvikt im Sommersemester 1874 geschlossen wurde, gründeten 14 Theologen, darunter Jordan, den Verein Arminia, dessen Statuten am 18. Dezember 1874 genehmigt wurden (gilt als Gründungstag). Diese Verbindung suspendierte im Februar 1886. 1897 wurde sie mit denselben Farben und demselben Wappen rekonstituiert und trat später dem CV bei. Die Mitglieder der älteren Arminia wurden übernommen.

Jordan bezog 1877 das Priesterseminar der Erzdiözese Freiburg in St. Peter im Schwarzwald (ehemalige Benediktinerabtei) und wurde dort am 21. Juni 1878 zum Priester geweiht. Aufgrund seiner Sprachbegabung erhielt er die Erlaubnis, in Rom orientalische Sprachen zu studieren, und zwar an der damaligen päpstlichen Universität San Apollinare. Im Jahr 1880 reiste er im Auftrag der Kongregation Propaganda fidei in den Nahen Osten. Diese Reise benützte er u. a., um seinen seit 1879 überlegten Plan zur Gründung einer „Apostolischen Lehrgesellschaft“ reifen zu lassen.

Nach Rom zurückgekehrt schritt Jordan an die Umsetzung dieser Gesellschaft, die aus drei Graden bestehen sollte. Der erste Grad wären Personen, die sich durch ein Gelübde verpflichten. Der zweite Grad sollten Wissenschaftler, Akademiker etc. sein. Und der dritte Grad wäre ein allgemeiner Laienstand gewesen. Am 8. Dezember 1881 legten die ersten priesterlichen Mitglieder ihre Gelübde ab. Jordan nahm den Ordensnamen Franziskus Maria an. Dieser Tag gilt als Gründungstag dieser „Katholischen Lehrgesellschaft“, wie sie anfänglich hieß.

Doch das Konzept Jordans ging nach anfänglichem Erfolg nicht auf und entwickelte sich ab 1883 in eine herkömmliche männliche sowie weibliche Kongregation. Die männliche erhielt 1886 für die Diözese Rom die Approbation, die weibliche 1889. Danach begann diese Lehrgesellschaft rasch zu wachsen. In den folgenden 15 Jahren wurden Niederlassungen in Indien, Europa und in Amerika gegründet. 1894 wurde die Gesellschaft in Societas Divini Salvatoris (SDS), Gesellschaft des Göttlichen Heilands, umbenannt, kurz Salvatorianer genannt. 1905 und endgültig 1911 erhielten die Salvatorianer die päpstliche Bestätigung.

In Wien-Favoriten errichteten die Salvatorianer 1892 ein Kolleg an der Laxenburger Straße/Ecke Raxstraße (Kirche zu den hl. Aposteln, Salvatorianerplatz). Dort wirkte ab 1901 P. Gregor Gasser (1868–1913). Er gründete 1902 die katholische Pennalie Herulia (MKV) und unterstützte die Norica. Er war auch einer der wesentlichen Initiatoren für den Volksbund der Katholiken Österreichs und beeinflußte dessen Direktor Richard Schmitz (Nc). Nach dem Ersten Weltkrieg übernahmen die Salvatorianer auch die Michaelerkirche in Wien-Innere Stadt (ehemaliges Barnabitenkloster).

Aufgrund der Kriegserklärung Italiens im Mai 1915 mußte Jordan als deutscher Staatsbürger Rom verlassen. Das Generalat der Salvatorianer wurde nach Freiburg/Schweiz verlegt. Im nahegelegenen Tafers starb er im Krankenhaus der Vinzentinerinnen und wurde in der dortigen Pfarrkirche beigesetzt. 1956 wurden seine sterblichen Überreste ins Mutterhaus der Salvatorianer in Rom überführt. Nach Abschluß des diözesanen Informativprozesses (1942–1948) begann das Seligsprechungsverfahren, welches am 19. Juni 2020 abgeschlossen wurde. Die Seligsprechung erfolgte am 15. Mai 1921 in der Lateranbasilika in Rom. Er ist der fünfte CVer, der seliggesprochen wurde.



Quellen und Literatur:

Academia 114 (2021), 3, 70.
Academia intern 4/2021, 2.
Schneble, Albert: Pater Jordan – Ordensgründer, in: Festschrift zum 100. Stiftungsfest der Katholisch Deutschen Studentenverbindung Arminia zu Freiburg im Breisgau. 31. Mai– 4. Juni 1974. Freiburg/Br. 1974, 39–42.
Schieweck-Mauk, Siegfried (Alm): Lexikon der CV- und ÖCV-Verbindungen. Die Korporationen und Vereinigungen des Cartellverbands der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen (CV) und des Cartellverbands der katholischen österreichischen Studentenverbindungen (ÖCV) in geschichtlichen Kurzdarstellungen. Vierow 1997, 86.