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Präl. Mil.Gen.Vik. i.R. Rudolf Schütz

Präl. Mil.Gen.Vik. i.R. Rudolf Schütz

Ehrenmitgliedschaften: Pannonia

Geboren: 01.02.1939, Wien
Gestorben: 21.05.2024, Wien
Militärgeneralvikar, Weltpriester

Lebenslauf:

Schütz wurde als Sohn eines Schulwarts geboren und stammte aus Wien-Döbling. Nach dem Krieg besuchte er zuerst die Volksschule in Gramastetten (Bezirk Urfahr-Umgebung, Oberösterreich) und dann die bei den Schulbrüdern in Wien-Währing (Schopenhauerstraße). Danach war er 1949/50, vermittelt durch die Caritas, auf einem Erholungsurlaub in Porto (Portugal). Ab Herbst 1950 absolvierte er das Gymnasium in Wien-Döbling (Gymnasiumstraße), wo er 1958 maturierte. Anschließend leistete er den Präsenzdienst beim Österreichischen Bundesheer (Gardebataillon und Feldjägerbataillon Nr. 5).

Im Anschluß daran trat Schütz in das Wiener Priesterseminar ein und begann das Studium an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien (abs. theol. 1964). Im Priesterseminar bekleidete er im 5. Jahrgang die Funktion eines 1. Präfekten und war somit Sprecher der Seminaristen. Während der Sommerferien nahm er an Waffenübungen teil und begann damit die Laufbahn eines Reserveoffiziersanwärters (1962 Abschlußprüfung Zugkommandantenkurs und Ernennung zum Wachtmeister der Reserve). Am 29. Juni 1964 wurde er vom Erzbischof von Wien, Franz Kardinal König (Rd EM), zum Priester geweiht. Anschließend tat er als Kaplan Dienst in Mannersdorf am Leithagebirge (Bezirk Bruch/Leitha, Niederösterreich).

1968 wurde Schütz zum Militärkaplan der Reserve für die Garnison in Götzendorf (Wallensteinkaserne), einem Nachbarort von Mannersdorf, ernannt. 1970 wechselte er von der Erzdiözese Wien in die Militärseelsorge des Österreichischen Bundesheeres und war als Militärkurat Militärpfarrer am Militärkommando Niederösterreich eingesetzt. Hier war er für die Garnisonen Baden, Groß-Enzersdorf, Hainburg, Klosterneuburg, Langenlebarn (dort sein Amtssitz) und kurzfristig auch für Leobendorf und Mistelbach zuständig. Mit 15. November 1971 wurde er beamtenrechtlich definitivgestellt, womit er endgültig aus dem Dienst der Erzdiözese Wien ausgeschieden ist. Mit 1. Januar 1978 wurde er zum Militärsuperior (Oberstleutnant) und mit 20. Dezember 1982 zum Militärdekan (Oberst) ernannt. Mit 28. April 1983 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Titel eines Kaplans seiner Heiligkeit (Monsignore).

Von 1985 bis 1992 war er Dekanatspfarrer beim Armeekommando in Wien und war zuständig für die dortige Dekanatspfarre, die Militärpfarre beim Militärkommando Wien und die Militärpfarre an der Theresianischen Militärakademie, 1985 wurde er zum Dekanatspfarrer in Wiener Neustadt, zum Militärpfarrer an der Heeresunteroffiziersschule in Enns und zum Rektor der Krypta (Kapelle) im Österreichischen Heldendenkmal am Äußeren Burgtor (Wien-Heldenplatz) ernannt. Im Dezember 1986 erfolgte seine Ernennung zum Ordinariatskanzler des Militärordinariats und Anfang 1987 zum Mitglied des Collegium consultorum (nimmt die Funktion eines Domkapitels der Militärdiözese wahr). 1989 wurde er zum Bischofsvikar für das Milizwesen und zum Rektor der Wiener Garnisonskirche (Stiftskaserne, Mariahilferstraße) bestellt.

Mit 1. April 1994 ernannte der Militärbischof Christian Werner (The) Schütz zum Generalvikar der Militärdiözese. Drei Monate später erfolgte die Ernennung zum Militärgeneralvikar durch Bundespräsident Thomas Klestil (Baj). Dieser steht im Rang eines Generalmajors. Sein Nachfolger als Ordinariatskanzler wurde Alfred Sammer (Dan). Als Militärgenerealvikar war er sowohl kirchenrechtlich wie auch dienstrechtlich der Vertreter des Militärbischofs.

In dieser verantwortungsvollen Funktion war er mit der Leitung der katholischen Militärseelsorge, der Beratung des Bundesminister für Landesverteidigung in allen Fragen der Militärseelsorge, der Aus- und Weiterbildung der Militärseelsorger, mit Pastoralbesuchen bei den Bundesheerverbänden im In- und Ausland, mit Gottesdiensten, mit der Sakramentenspendung (Taufe, Formung, Trauung) und mit Begräbnissen befaßt. Er wirkte auch an der Gestaltung der militärischen Allerseelenfeier und anderer militärischer Feiern mit, wie Angelobungen und Fahnenweihen. Er hatte auch die fachdienstliche Aufsicht über die katholischen Militärpfarrer und die zentrale Matrikenführung über. Nach 1989 war er Berater bei der Neugründung der katholischen Militärseelsorge im angrenzenden Ausland.

Die Funktion des Generalvikars bekleidete Schütz bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2004. Mit 24. Januar 1995 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Titel eines Ehrenprälaten seiner Heiligkeit. Schütz engagierte sich ab 1977 auch beim Orden vom Heiligen Grab, bei dem er von 2006 bis 2017 Prior der Komturei Wien war. Während seines Ruhestands war er in der Pfarre Wien Alt-Ottakring tätig.

Schütz wurde 1997 Ehrenmitglied der Pannonia (Couleurname Sagitarius). Er starb nach längerer Krankheit im Pflegeheim Liebhartstal (Wien-Ottakring).

Quellen und Literatur:

Tabellarischer Lebenslauf verfaßt von Mario Strigl (AW).
Aktenbestand der Ehrenzeichenkanzlei der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsdirektor i. R. Heinz Hafner Am, Mitteilung 27. 5. 2024).
Diözesanarchiv Wien. Priesterdatenbank (27. 5. 2024).
https://www.erzdioezese-wien.at/site/menschenorganisation/menschen/inmemoriam/article/121026.html (Abeud 23. 5. 2924).