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Bschf. Univ.-Prof. i.R. Dr. Ernst Karl Jakob Seydl

Bschf. Univ.-Prof. i.R. Dr. Ernst Karl Jakob Seydl

Ehrenmitgliedschaften: Nordgau Wien

Geboren: 08.10.1872, Mnischek bei Prag (Mníšek pod Brdy, Böhmen)
Gestorben: 27.09.1952, Wien
Titularbischof (Hofbischof), Universitätsprofessor (Philosophische Propädeutik und Pädagogik)

Lebenslauf:

Seydl absolvierte von 1883 bis 1991 das deutsche Gymnasium auf der Prager Kleinseite. Danach trat er in das Wiener Priesterseminar ein, begann das Studium an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien (Dr. theol. 1901) und wurde am 25. Juli 1895 in Wien zum Priester geweiht. Anschließend war er Kaplan in Preßbaum bei Wien sowie ab 1897 als Studienpräfekt und ab 1899 als Subregens am Wiener Priesterseminar tätig.

Nach seiner Promotion war Seydl 1901/02 Supplent für Pädagogik an der Theologischen Fakultät. Am 1. Oktober 1902 wurde er zum ao. Universitätsprofessor und am 5. Januar 1908 zum o. Universitätsprofessor für Philosophische Propädeutik und Pädagogik an der Theologischen Fakultät Wien ernannt. Zusätzlich wurde er im Herbst 1903 zum k. k. Hofkaplan und zum Studiendirektor des Höheren Priesterbildungsinstituts zum hl. Augustin (Frintaneum) bestellt. Am 27. März 1906 wurde er zum Päpstlichen Geheimkämmerer (Monsignore) ernannt.

Am 30. Mai 1912 wurde Seydl zum Obervorsteher des Frintaneums und kurz danach am 25. Juni zum k. k. Hof- und Burgpfarrer zu St. Augustin ernannt, wobei er dann am 31. Juli auf seinen Lehrstuhl verzichtete. 1913 erfolgte die Ernennung zum Titularabt und am 30. Januar 1914 die zum Päpstlichen Hausprälaten. Am 20. November 1916 spendete er Kaiser Franz Joseph die Krankensalbung. Am 30. September 1918 wurde er auf Betreiben Kaiser Karls zum Titularbischof von Eucarpia und Hofbischof ernannt, die Weihe erfolgte aber erst nach dem Zusammenbruch der Monarchie am 30. November.

Aufgrund der geänderten politischen Verhältnisse resignierte Seydl am 31. März 1919 auf die Hofpfarre St. Augustin und folgte vorerst der kaiserlichen Familie in die Schweiz. Nach der Verbannung Kaiser Karls nach Madeira kehrte Seydl 1922 nach Wien zurück, wurde am 1. Oktober 1922 Mitglied des Domkapitels und nahm in der Folge verschiedene Funktionen in der Erzdiözese Wien wahr. Am 1. Februar 1930 wurde er zum infulierten Domkostos ernannt.

Seydl wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof, Domherrengräber, beigesetzt. Das Grab teilt er sich u. a. mit dem späteren Wiener Weihbischof Josef Streidt (AW).

Werke:

(Auswahl)
Das ewige Gesetz in seiner Bedeutung für die physische und sittliche Weltordnung (1902).
Also sprach Zarathustra. Eine Nietzsche-Studie (1902).
Leo N. Tolstois Leben und Lehre (1904).
Alkuins Psychologie (1910).

Quellen und Literatur:

Foto: © Diözesanarchiv Wien
Diözesanarchiv Wien. Priesterdatenbank.
Loidl, Franz (ehemals NbW): Dr. Ernst Seydl – letzter Wiener Hofbischof. Wien 1974.
Hartmann, Gerhard (Baj): Ernst Karl Jakob Seydl, in: Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1785/1803 bis 1945. Ein biographisches Lexikon. Hg. von Erwin Gatz. Berlin 1983, S. 704.
Das Band, das uns umschlingt. 1900 – 2000. Festschrift der K. Ö. H. V. Nordgau Wien. Wien 2000, S. 69f.