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HR LSI i.R. Mag. Viktor Duss

HR LSI i.R. Mag. Viktor Duss

Urverbindung: Carolina (16.10.1925)

Geboren: 26.01.1907, Graz
Gestorben: 21.03.1993, Graz
Landtagsabgeordneter (Steiermark), Landesschulinspektor

Lebenslauf:

Duss wurde als Sohn eines Beamten des Garnisonsgerichts Graz geboren. In Knittelfeld besuchte er die Realschule und war dort Mitbegründer der MKV-Verbindung Nibelungia. Nach der Matura 1925 begann er zuerst das Studium der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Graz, wo er der Carolina beitrat (Couleurname Dr. cer. Bussi). Aufgrund schlechter Berufsaussichten als Techniker wechselte er dort zum Studium der Mathematik und Darstellenden Geometrie für das Lehramt.

Nach der Ablegung der Lehramtsprüfung war Duss in diesen Fächern Gymnasiallehrer zuerst in Laa an der Thaya (Bezirk Mistelbach, Niederösterreich) und dann in Graz-Liebenau. Nach dem Anschluß im März 1938 wurde er fristlos entlassen. Danach arbeitete er als Hilfsarbeiter und Bauleiter. 1940 wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg wurde Duss als Vertreter der Lehrer für den Steiermärkischen Landtag nominiert und gewählt, dem er dann vom 28. Dezember 1945 bis zum 12. November 1949 angehört hatte. 1946 wurde er zum Landesschulinspektor für das Haupt- und Sonderschulwesen sowie für die Lehrerbildungsanstalten ernannt.

Duss wurde Ende der fünfziger Jahre aufgrund eines Disziplinarerkenntnisses mit der Disziplinarstrafe eines Verweises belegt. Im Nachgang erfolgte 1959 in derselben Sache seine Versetzung in den zeitlichen Ruhestand. Da dies dem Rechtsprinzip „ne bis in idem“ zuwiderlief, setzte sich 1967 seine Verbindung Carolina für seine Rehabilitierung ein, die dann 1969 stattfand.

Da sich Duss bereits vor 1938 im Rahmen der Christlich-deutschen Turnerschaft und dann nach 1945 in deren Nachfolgeorganisation Turn- und Sport-Union engagiert und große Verdienste um sie erworben hatte, besaß er einen Bezug zum Sport und hat sich dabei große Verdienste auf dem Gebiet des Leibeserziehungswesens erworben. Er wurde daher 1969 im Rahmen des Bundesministeriums für Unterricht zum Inspektor für die Sportstätten in der Steiermark, Kärnten und Oberösterreich und ein Jahr später für das ganze Bundesgebiet ernannt. Als solcher ging er dann 1972 in Pension.

1960 wurde Duss Landesobmann-Stellvertreter der Turn- und Sport-Union für die Steiermark, welche Funktion er bis 1982 ausübte. Obmann war zu dieser Zeit Hans Wisiak (Cl). Danach wurde er zum Ehrenobmann des steirischen Landesverbandes der Union ernannt. Er verstarb nach geduldig ertragener schwerer Krankheit und wurde auf dem St.-Leonhard-Friedhof in Graz beigesetzt.

Werke:

(Herausgeber, gemeinsam mit Leopold Teugert) Praktische Lebenskunde. Arbeitsblätter für die Schule. 30 Hefte (1950ff.)
(Herausgeber) Die österreichische Pflichtschule (Volks-, Haupt- u. Sonderschulen). Die wichtigsten Gesetze, Verordnungen u. Erlässe. Zwei Teile und Ergänzungsband (1954–1957).

Quellen und Literatur:

Persönlicher Lebenslauf, gerichtet an Gerhard Hartmann am 1. 8. 1985.
Verbindungsarchiv Carolina. Akte Viktor Duss.
Hartmann, Gerhard (Baj): Im Gestern bewährt. Im Heute bereit. 100 Jahre Carolina. Zur Geschichte des Verbandskatholizismus. Unter Mitarbeit von Dieter A. Binder. Herausgegeben von Maximilian Liebmann im Auftrag des Altherrenbundes der K. Ö. H. V. Carolina (= Grazer Beiträge zur Theologiegeschichte und Kirchlichen Zeitgeschichte Band 2). Graz 1988,
387, 422, 472, 475, 532, 554, 624.
Wisiak, Johannes (Cl): Nachruf für Viktor Duss, in: Carolinenblätter Nr. 44, 1994, 66f.
Hartmann, Gerhard (Baj) – Simmerstatter, Markus (Cl): Ein großes Gehen Hand in Hand. 125 Jahre Carolina 1888 bis 2013. Graz 1913, 293f.