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em. Univ.-Prof. Dr. Alfred Karl Maria Berger

em. Univ.-Prof. Dr. Alfred Karl Maria Berger

Urverbindung: Carolina (19.05.1953)

Bandverbindungen: EKG

Geboren: 31.07.1934, Graz
Gestorben: 17.10.2022
Universitätsprofessor (Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie sowie Verbrennungschirurgie)

Lebenslauf:

Alfred Karl Maria Berger, so sein voller Name, wurde sechs Tage nach dem Juli-Putsch 1934, bei dem Bundeskanzler Engelbert Dollfuß (F-B) getötet wurde, als Sohn des Alfred Berger sen. (Cl) geboren. Dieser war von 1936 bis 1938 Sachwalter der Hochschülerschaft Österreichs für alle drei steirischen Hochschulen und starb 2004 mit 102 Jahren als damals ältestes Mitglied des ÖCV.

Berger begann nach seiner Matura im Jahr 1952 das Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Graz (Dr. med. 1959), wo er der Carolina beitrat (Couleurname Aeskulap) und im Wintersemester 1956/57 sowie im Sommersemester 1957 Senior war. Sein Leibbursch war Rainer Reich (Cl). Sein Leibfuchs war Wolfhart Bucher (Cl), der 1972 bis 1975 Zweiter Stellvertretender Vorsitzender der Altherrenschaft des ÖCV war.

Nach Beendigung seines Studiums absolvierte Berger in Graz den sog. Turnus und wechselte mit 1. November 1963 als Assistenzarzt an die 1. Chirurgische Universitätsklinik in Wien. 1966 erhielt er die Facharztanerkennung für Chirurgie und wurde Oberarzt an der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie an der dortigen Universitätsklinik. In den Jahren 1971 und 1972 absolvierte er einen Forschungsaufenthalt am Shriner Burn Institute und General Surgical Service Massachusetts General Hospital sowie an der Harvard Medical School of Boston (USA).

Von dort zurückgekehrt habilitierte sich Berger an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und erhielt für seine Arbeit den Eiselberg-Preis. 1978 wurde er zum außerordentlichen Professor für Plastische Chirurgie und Abteilungsleiter für Verbrennungschirurgie an der I. Chirurgischen Universitätsklinik Wien ernannt. 1981 erhielt er einen Ruf an die Medizinische Hochschule Hannover, wo er zum Professor für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie sowie Verbrennungschirurgie ernannt wurde. Unter seiner Leitung entstand ein Replantationszentrum und ein international bekanntes Zentrum für Chirurgie der peripheren Nerven und des Plexus brachialis. Im Jahr 2000 wurde er emeritiert, war aber dann noch bis 2011 Professor am International Neuroscience Institut in Hannover.

Berger gehörte zu den führenden Vertretern der Plastischen Chirurgie im deutschsprachigen Raum. Er veröffentlichte in diesem Fach 612 wissenschaftliche Publikationen, darunter sein fünfbändiges Lehrbuch zur Plastischen Chirurgie, das zum Standardwerk seines Faches wurde. Ihm war auch die europäische Vereinheitlichung der plastisch-chirurgischen Ausbildung ein Anliegen. Von 1988 bis 1991 war er Präsident der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen.

2011 kehrte Berger wieder nach Österreich zurück und wohnte zuerst in Deutschlandsberg (Steiermark). 2018 zog er aus familiären Gründen nach Korneuburg (Niederösterreich) wo er starb und am dortigen Friedhof begraben wurde. Sein Sohn ist Philipp Berger (Cl).



Quellen und Literatur:

Verbindungarchiv Carolina.
https://www.mhh.de/klinik-fuer-plastische-aesthetische-hand-und-wiederherstellungschirurgie/40-jahre-phw.