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Vz.Präs. Sekt.-Chef i.R. Dkfm. DDr. Josef Seidl

Vz.Präs. Sekt.-Chef i.R. Dkfm. DDr. Josef Seidl

Urverbindung: Austria-Wien (15.10.1914)

Geboren: 17.04.1893
Gestorben: 11.1967
Vizepräsident des Rechnungshofes, Sektionschef

Lebenslauf:

Seidl begann nach der Matura das Studium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien (Dr. iur.), wo er der Austria beitrat (Couleurname Baldur). Im Ersten Weltkrieg wurde er zur k. u. k. Armee eingezogen (letzter Dienstgrad: Oberleutnant d. R.; Auszeichnungen: silbernes Signum laudis, silbernes Signum laudis am Band mit Schwertern, Karl-Truppenkreuz, Eisernes Kreuz mit Kriegsdekoration und Schwertern).

Nach dem Krieg studierte Seidl weiter bzw. zusätzlich Staatswissenschaften (Dr. rer. pol.) und an der Exportakademie (nunmehr Wirtschaftsuniversität) (Dkfm.). Nach Beendigung des Studiums trat Seidl als Polizeijurist in den Dienst der Bundespolizeidirektion Wien, wurde aber bald in das Bundeskanzleramt berufen, in das 1923 das bisherige Innenministerium aufgegangen ist. Anfang der dreißiger Jahre wechselte er in das Unterrichtsministerium, wo er im Präsidium tätig war. Nach Gründung der Vaterlandischen Front (VF) wurde er zeitweise dorthin in dessen Präsidium abgestellt. In der Zeit kurz vor dem Anschluß war er als Nachfolger von Emmerich Czermak (NdW) auch Vorsitzender des niederösterreichischen Altherrenlandesbundes des ÖCV.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Seidl zuerst in der Staatskanzlei der Provisorischen Staatsregierung bzw. dann im Bundeskanzleramt als Ministerialrat Leiter der Abteilung 1 (Dienstbetrieb) in der Präsidialsektion. 1947 wechselte er als sog. geschäftsführender Sektionschef in den Rechnungshof (dort gab es anfänglich nur einen Sektionschef). Am 4. September 1953 wurde er vom Nationalrat zum Vizepräsidenten des Rechnungshofes gewählt, welches Amt er bis zum 16. September 1959 bekleidete. Sein Nachfolger wurde Josef Marschall (Dan).

Seidls Bruder war Alois Seidl (ehemals AW), der Sektionschef im Handelsministerium und in den Bauskandal Mitte der sechziger Jahre involviert war (Autobahnbau). Sein Sohn ist Friedrich Seidl (AW), sein Enkel ist Martin Seidl (AW).

Quellen und Literatur:

Verbindundgarchiv Austria Wien (Richard Huka).
Mitteilungsblatt des ÖCV und des ÖAHB 16 (15. 1. 1938), S. 8.