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Franz Ackerl

Franz Ackerl

Ehrenmitgliedschaften: Amelungia

Geboren: 19.05.1901, Wien
Gestorben: 03.05.1988, Wien
Hochchulprofessor (Geodäsie)

Lebenslauf:

Ackerl wurde als Sohn eines Beamten geboren. Obwohl er als Siebzehnjährig freiwillig zur k. u. k. Armee eingerückt war, maturierte er 1919 mit Auszeichnung. Danach begann er das Studium der Forstwirtschaft und der Kulturtechnik an der Hochschule für Bodenkultur in Wien (Dipl. Ing., Dr. ing.), zusätzlich studierte er an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien Mathematik, Physik und Astronomie. Bereits 1923 war er Assistent an der Hochschule für Bodenkultur und habilitierte sich 1927 dort für Geodäsie. In diesem Jahr hatte er bereits einen Lehrauftrag an der Universität Graz.

Ackerl wurde 1934 an der Hochschule für Bodenkultur zum außerordentlichen Professor für Geodäsie ernannt, wurde aber nach 1938 zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und während des Krieges schwer verwundet. 1946 wurde er zum ordentlichen Hochschulprofessor für Geodäsie und Photogrammetrie sowie zum Leiter des Instituts für Vermessungswesen ernannt. Im Studienjahr 1951/52 war er Rektor der Hochschule für Bodenkultur.

Ackerls Spezialgebiet war die Photogrammetrie (oder Bildmessung). Das ist eine Gruppe von Meßmethoden und Auswerteverfahren der Fernerkundung, um aus Fotografien und genauen Meßbildern eines Objektes seine räumliche Lage oder dreidimensionale Form zu bestimmen. Im Regelfall werden die Bilder mit speziellen Meßkameras aufgenommen. Ackerl versuchte, die Geodäsie und die Photogrammetrie zu vereinigen, was in Fachkreisen nicht ohne Kritik blieb. Er verfaßte dazu ein bekanntes Lehrbuch. Er beschäftigte sich auch dadurch mit Fernkameras und Nachtsichtgeräten.

Nach seiner Emeritierung und dem Tod seiner Frau trat Ackerl als Laienbruder in die Benediktinerabtei Seckau ein und nahm den Ordensnamen Benedictus an. Er war dann dort und später im Wiener Schottenstift als Bibliothekar tätig. In Kontakt zur Amelungia kam er über Leopold Müksch (Am), der ebenfalls Professor an der Hochschule für Bodenkultur war. Ackerl wurde auf dem Gersthofer Friedhof begraben.

Werke:

Das Schwerkraftfeld der Erde (1931).
Die Schwerkraft am Geoid (1932).
Geodäsie und Photogrammetrie. Zwei Bände (1950 und 1956).
Empfehlungen für die Anwendung der Photogrammetrie im Denkmalschutz, in der Architektur und Archäologie (1976).

Quellen und Literatur:

Who’s who in Austria. A Biographical Dictionary containing more than 4000 biographies of prominent personalities from and in Austria. Wörthsee 9. ed. 1977, S. 4.
Hundert (100) Jahre Katholische Österreichische Hochschulverbindung Amelungia im ÖCV. Für Volk und Altar. Redaktion Oskar Mayer. Wien 2008, S. 329.