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Karl Erckert

Karl Erckert

Urverbindung: Austria Innsbruck (19.05.1919)

Geboren: 02.06.1894, Meran-Untermais (Südtirol)
Gestorben: 15.12.1955, Bozen
Landeshauptmann (Südtirol), Landtagsabgeordneter (Südtirol), Bürgermeister von Meran, Rechtsanwalt

Lebenslauf:

Erckert wurde als Sohn eines aus Nürnberg zugewanderten Gärtners geboren und absolvierte 1914 das Gymnasium des Benediktinerstiftes Marienberg bei Meran. Gleich danach meldete er sich beim 2. Regiment der Tiroler Kaiserjäger zum Kriegsdienst. Zuerst war an der Ostfront eingesetzt, dann kam er nach einer Verwundung an die Trienter Alpenfront (Sieben Gemeinden) (Letzter Diensgrad: Oberleutnant der Reserve; Auszeichnungen: Militärverdienstkreuz mit Kriegsdekoration und Schwertern; silbernes Signum laudis; silbernes Signum laudis am Band mit Schwertern; silberne Tapferkeitsmedaille I. und II. Klasse; bronzene Tapferkeitsmedaille; Karl-Truppenkreuz).

Nach dem Krieg studierte Erckert in Innsbruck Jus (Dr. iur. 1922), wo er der Austria Innsbruck beitrat (Couleurname Siegmar). Danach schlug er die Rechtsanwaltslaufbahn ein und war zuerst Sozius bei Jakob Köllensperger (AIn) in Lana. Später eröffnete er in Meran eine Kanzlei. 1939 optierte er zwar für Deutschland, erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft, blieb jedoch im Land und übernahm in Meran einige öffentliche Aufgaben. So war er u. a. Abteilungsleiter in der Wertfestsetzungskommission in Meran.

Nach dem Sturz Mussolinis im Sommer 1943 wurde von den Deutschen die Operationszone Alpenvorland eingerichtet, zu der auch Südtirol gehörte. Dadurch wurde dieses Gebiet unter die deutsche Militärverwaltung gestellt, obwohl es formell bei Italien blieb. Als politisch Unbelasteter und Neutraler wurde Erckert am 11. Oktober 1943 zum kommissarischen Bürgermeister von Meran ernannt und konnte in dieser Zeit einiges zu einer gewissen Normalisierung der Verhältnisse beitragen. Nach Kriegsende kehrte er in seine Kanzlei zurück.

Schon bald wurde aber Erckert zur Mitarbeit in der Sammelbewegung Südtiroler Volkspartei gebeten und zum Bezirksparteiobmann im sog. Burggrafenamt (Bezirk Meran) und Finanzreferenten der Partei gewählt.
Nach dem Gruber-de Gasperi-Abkommen des Jahres 1946 wurde die autonome Verwaltung in der Region Trentino eingerichtet, allerdings erhielt die Provinz Bozen im Rahmen dieser nur eine sehr beschränkte Autonomie, die in der Folge zu dem rund 20 Jahre dauernden Südtirol-Konflikt führte, der erst mit dem sog. „Paket“ gelöst wurde.

Bei den Ende November 1948 erstmals erfolgten Wahlen erhielt Erckert sowohl im Regionalrat wie im Südtiroler Landtag (Consiglio provinciale) ein Mandat, der ihn am 20. Dezember 1948 mit 14 von 15 Stimmen zum Südtiroler Landeshauptmann (Presidente della Provincia) wählte. Bei den nächsten Wahlen im Jahr 1952 wurde er wiedergewählt.

Erckert hat als ehemaliger Optant auch zu den „Dableibern“ wie auch zu den Italienern gute Kontakte gehabt und war damit imstande, die durch die Option zerrissene deutsche Bevölkerung zu einen. Zu den wichtigsten Aufgaben Erckert gehörten der Aufbau der allerdings damals noch bescheidenen autonomen Landesverwaltung, die Beseitigung der Kriegsfolgen und die Wiedereingliederung der rückkehrenden Optanten.

Erckert war der erste Landeshauptmann Südtirols in der schwierigen Zeit der beginnenden Umsetzung des noch nicht befriedigenden Gruber-de Gasperi-Abkommens. In der historischen Erinnerung wird er aber durch den Landeshauptmann Silvius Magnago (R-D EM) überdeckt.

Erckert litt nach 1945 zunehmend an einem Herzleiden, das er zweimal in Bad Gleichenberg (Steiermark) zu lindern versuchte. Während einer Sitzung der Landesregierung wurde er von schwerem Unwohlsein befallen, begab sich in sein Arbeitszimmer zu seinem Schreibtisch und starb kurz darauf.

Quellen und Literatur:

Austrier-Blätter, Nr. 25, 1956, S. 198–201.
Lill, Rudolf: Südtirol in der Zeit des Nationalismus. Konstanz 2002, S. 255–292.