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LT-Präs. Bgm. LSth. a.D. Dipl.-Vw. Siegfried Gasser

LT-Präs. Bgm. LSth. a.D. Dipl.-Vw. Siegfried Gasser

Urverbindung: Austria Innsbruck (08.11.1961)

Bandverbindungen: Le

Geboren: 16.07.1941, Saarwellingen (Landkreis Saarlouis, Saarland)
Gestorben: 02.05.2022, Bregenz
Landesstatthalter, Landtagspräsident, Bürgermeister (Bregenz)

Lebenslauf:

Gasser besuchte in Schruns (Bezirk Bludenz, Vorarlberg) die Volks- und Hauptschule sowie ab 1955 die Bundeshandelsakademie in Bregenz, wo er 1957 Mitbegründer der Bregenzer MKV-Verbindung Wellenstein war. Nach seiner Maura 1959 war er ein Jahr kaufmännischer Angestellter und leistete den Präsenzdienst. 1960 begann er das Studium der Volkswirtschaft an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck (Dipl.-Vw. 1966), wo er der Austria beitrat (Couleurname Saldo). Nach Beendigung seines Studiums absolvierte er bis 1967 eine Organisationsausbildung an der Technischen Universität Berlin mit der Befähigung zum Betriebsberater.

Danach trat Gasser in den Dienst der Vorarlberger Rechenzentrum GmbH, deren Geschäftsführer er von 1968 bis 1979 war. Gleichzeitig engagierte er sich in der ÖVP, wo er rasch Karriere machte. Bereits 1971 war er ÖVP-Stadtparteiobmann von Bregenz (bis 1979) und ab 1972 ÖVP-Bezirksparteiobmann von Bregenz. Bereits am 12. September 1973 wurde er mit 32 Jahren als jüngstes Landesregierungsmitglied Österreichs zum Landesrat und am 6. November 1984 zum Landesstatthalter gewählt, wie der Landeshauptmannstellvertreter in Vorarlberg heißt. Der Landesregierung gehörte er als solcher bis zum 9. Mai 1990 an. Landeshauptleute waren damals Herbert Keßler (AIn EM) und Herbert Sausgruber (Le EM). Als Landesrat oblagen ihm u. a. die Ressorts Inneres, Polizei, Pflichtschulen und Kindergärten, Wohnungswesen und Wohnbauförderung, Inneres und Polizei. Als Landesstatthalter behielt er diese Zuständigkeiten weitgehende und übernahm 1985 noch zusätzlich die Funktion eines amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates.

Im Frühjahr 1990 kandidierte Gasser in Bregenz erfolgreich bei den Gemeinderatswahlen und konnte der SPÖ den Bürgermister abnehmen. Er wurde schließlich am 27. April 1990 zum Bürgermeister gewählt und schied aus diesem Grund aus der Landesregierung, 1995 wurde er wiedergewählt, legte aber dieses Amt am 12. Januar 1998 zurück. Sein Nahfolger wurde Markus Linhart (BbW), der Bruder des späteren Außenministers Martin Linhart (BbW).

Gasser kandidierte jeweils 1974, 1979 und 1994 bei den Landtagswahlen, wurde immer gewählt, legte aber bereits wenige Tage nach seiner Angelobung das Mandat zurück, weil er in die Landesregierung gewählt wurde. Nach den Landtagswahlen im Herbst 1989 gehörte er dann dem Landtag durchgehend vom 24. Oktober 1989 bis 4, Oktober 1999 an. Nach den Landtagswahlen im Herbst 1994 wurde er am 4. Oktober 1994 zum Landtagspräsidenten gewählt, welche Funktion er bis zu seinem Ausscheiden aus gesundheitlichen Gründen aus dem Landtag bzw. der Politik ausübte.

Zusätzlich übte Gasser noch eine Reihe weiterer Funktionen aus. So war er u. a. Präsident des Landesverbandes für Tourismus (1991–1994). Vizepräsident des Internationalen Bodenseerates (ab 1991), Präsident der kommunalpolitischen Vereinigung der ÖVP (1992– 1997), Mitglied der Präsidentenkonferenz des Bodenseeraumes (1994–1999), Präsident der Landesstelle Vorarlberg des Österreichischen Roten Kreuzes (ab 1999). Präsident des Vorarlberger Zivilschutzverbandes sowie Aufsichtsratsmitglied der Pfänderbahn AG. Darüber hinaus war er Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Landesverteidigung, in welcher Funktion er sich besonders für die Umfassende Landesverteidigung einsetzte.

Gasser war noch Bandphilister der MKV-Verbindungen Kustersberg Bregenz, Ambronia Innsbruck und Augia Brigantina Bregenz.



Quellen und Literatur:

Aktenbestand der Ehrenzeichenkanzlei der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsdirektor i. R. Heinz Hafner Am, Mitteilung 5. 5. 2022).
https://vorarlberg.at/web/landtag/-/gasser-siegfried-dipl-vw-buergermeister (Abruf 5. 5. 2022).