Rund 140 Studierende verfolgten am Donnerstag, 15. Oktober im Resowi-Zentrum der Universität Graz das Podiumsgespräch „Macht. Medien. Mitte.“ Eingeladen hatten die K.Ö.H.V. Carolina Graz und der Grazer Cartellverband. Unter der Moderation von Cbr. Leonhard Leitinger (Cl) diskutierten die Cartellbrüder Bundesminister Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer (A-D, Ma) und Dr. Michael Tillian (Le), Geschäftsführer der Mediaprint und der Kronen Zeitung, über Medienvielfalt, die politische Mitte und den Wirtschaftsstandort Österreich. Unter den Gästen waren auch ÖCV-Vorortspräsident Michael Mostböck (A-P) und Univ.-Prof. Markus Fallenböck (Cl), Vizerektor der Universität Graz.
Klare Worte fand der Wirtschaftsminister beim Thema soziale Medien. Er warnte eindringlich vor deren Gefahren für die Demokratie und sprach sich für die wirtschaftliche Absicherung klassischer Medien aus: „Ich halte Social Media für eine riesengroße Gefahr für unsere Demokratie, weil es keine Verifizierung, keine Recherche und keine Einordnung mehr gibt. Und gerade für junge Menschen ist das kritische Hinterfragen und die Einordnung wichtig.“ Umso wichtiger sei es, die Medienvielfalt zu erhalten. „Wir müssen alles unternehmen, um die klassischen Medien zu unterstützen, damit sie eine wirtschaftliche Perspektive haben.“
Den Blick aus der Praxis eines großen Medienhauses brachte Michael Tillian ein. Er beschrieb die Aufgaben der Medien: „Es ist eine Herausforderung, die breite Bevölkerung zielgruppengerecht kurz und prägnant zu informieren, auch Tiefgang zu leisten und dabei das Zeitbudget zu berücksichtigen, das Menschen für die Mediennutzung aufbringen.“ Kronen Zeitung und Mediaprint erreichen junge Menschen immer stärker über digitale Angebote, ohne die Printleser aus den Augen zu verlieren: „Wir kämpfen um jeden, der Printmedien nutzt.“ Der Anspruch bleibe in Print und Digital derselbe: „zu sagen und zu zeigen, was ist“.
Auch der dritte Begriff im Titel des Abends kam zur Sprache. Zu den Herausforderungen der politischen Mitte meinte Tillian, sie werde für viele Probleme verantwortlich gemacht, die sich nicht einfach in Schwarz und Weiß lösen ließen. „Die hohe Komplexität der Themen unserer Zeit ist der Wettbewerbsnachteil der politischen Mitte. Es ist manchmal viel einfacher, ganz rechts außen einen klaren, scharfen Satz zu formulieren oder ganz links außen eine scheinbar einfache Lösung zu beschreiben. Für die großen Herausforderungen unserer Zeit gibt es aber oft nicht die eine einfache Lösung.“
Die Notwendigkeit besserer Rahmenbedingungen für die Wirtschaft forderte Tillian ebenso wie der Minister. Hattmannsdorfer formulierte dafür ein klares Ziel: „Wir wollen, dass Österreich bis 2035 wieder zu den Top 10 Industrienationen der Welt aufsteigt.“ Denn die Industrie sei die Grundlage dafür, dass auch KMU und Zulieferbetriebe wachsen können. Hattmannsdorfer warb außerdem für mehr Zuversicht in der Gesellschaft „Die Zukunft gehört den Optimisten.“
Bericht: Leonhard Leitinger (Cl)
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