Gedenkmesse "Rosenkranzfeier 1938" im Stephansdom, organisiert von AKV und ÖCV

Gedenkmesse "Rosenkranzfeier 1938" im Stephansdom, organisiert von AKV und ÖCV

Österreichischer Cartellverband
Österreichischer Cartellverband
09.10.2026
Gerhard Labschütz
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Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände Österreichs organisierte und Mitwirkung seiner vielen Mitgliedsverbände einen Gedenkgottesdienst in Erinnerung an die Rosenkranzfeier 1938. Die Hl. Messe zelebrierte der Hochmeister des Deutschen Ordens Generalabt P. Frank Bayard OT (NdW) und der Generalvikar der Erzdiözese Wien Dr. Andreas Kaiser (BbW), an der alle katholischen farbtragenden Verbände teilnahmen und der WCV mit einer großen Chargiertenabordnung vertreten war.

Der Jahrestag des historischen "Rosenkranzfestes" vom 7. Oktober 1938 hat die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) zum Anlass genommen, zu einem Gedenkgottesdienst in den Wiener Stephansdom zu laden um an den kirchlichen Protest gegen das NS-Regime vor 88 Jahren zu erinnern, in welcher der Wiener Erzbischof Theodor Kardinal Innitzer (NdW) in seiner Predigt vor tausenden Jugendlichen ausrief, dass unser einziger Führer Jesus Christus sei. Dadurch ist das Rosenkranzfest 1938 aus heutiger Sicht einer der größten öffentlichen Widerstandsaktionen gegen das NS-Regime in Österreich. Das jährliche Gedenken ist ein Zeichen "gegen das Vergessen und ein Erinnern an den Mut der jungen Katholikinnen und Katholiken, die die Unvereinbarkeit von Glauben und Nationalsozialismus erfassten", sagte AKV-Präsident Dr. Matthias Tschirf (Merc) in seiner Ansprache.

Nach der Rosenkranzfeier 1939 versammelten sich die Jugendlichen spontan vor dem Erzbischöflichen Palais, um nachdrücklich ihre Solidarität mit Kirche und Kardinal zu bekunden. Tausende ließen Innitzer hochleben. Sprechchöre mit Rufen wie "Wir wollen unseren Bischof sehen!" wurden skandiert. Dies war natürlich für die Gauleitung und die NS-Führung in Wien und Österreich eine unglaubliche Anmaßung und ein Skandal, daher wurden von dieser Kundgebung weg Jugendliche "verhaftet" und von der Gestapo zur Einvernahme "mitgenommen", einige kamen später in Konzentrationslager. Am folgenden Tag, dem 8. Oktober, schlug das NS-Regime mit voller Härte zurück. Die aufgestachelte Hitler-Jugend (HJ) schickte ihre Schlägertrupps ins Erzbischöfliche Palais und ins Curhaus am Stephansplatz. Kardinal Innitzer konnte im letzten Moment flüchten und über Geheimgänge in Sicherheit gebracht werden, das Palais wurde gestürmt und verwüstet. In Folge dieser Gewalttat wurde Msgr. Johannes Krawarik (NbW) im Curhaus von der Hitler-Jugend aus dem Fenster geworfen, den Sturz konnte er nur überleben, weil unterhalb des Fenster ein Sandhaufen aufgeworfen war.

Auf der Homepage der Erzdiözese Wien findet sich ein Liveticker zu den Vorkommnissen des 07. Oktober 1938. Dort kann man die genauen Ereignisse nachlesen. >> LINK zur Homepage


Bildrechte: © Stephan Schönlaub (Agg), Erzdiözese Wien