Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit als Grundsatzfrage

Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit als Grundsatzfrage

Österreichischer Cartellverband
Österreichischer Cartellverband
22.05.2026
ÖCV.Net Redaktion
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Die mit klarer Mehrheit beschlossene Resolution zeigt: Die Delegierten der 70. CVV haben die Zeichen der Zeit klar erkannt und wollen eine massiv verbesserte Einsatzfähigkeit des Bundesheeres. Hintergrund ist die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa. Kriege und geopolitische Spannungen, aber auch hybride Bedrohungen, Cyberangriffe, organisierte Kriminalität und Terrorismus zeigen, dass die Bedeutung der Landesverteidigung verstärkt in den Mittelpunkt rückt.

Die Resolution setzt das konsequente Eintreten des ÖCV für ein modernes Bundesheer fort. Während inzwischen bei der finanziellen Ausstattung des Heeres Fortschritte erzielt worden seien, besteht aber weiterhin Handlungsbedarf im personellen Bereich. Konkret unterstützt der ÖCV jenes von der Wehrdienstkommission vorgeschlagene Modell, das acht Monate Grundwehrdienst sowie verpflichtende Milizübungen vorsieht. Ziel sei eine bessere militärische Ausbildung, eine stärkere Einsatzbereitschaft sowie eine nachhaltige Stärkung der Miliz.

„Die sicherheitspolitische Lage hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Deshalb ist es notwendig, die Frage der Wehrpflicht und der personellen Einsatzfähigkeit des Bundesheeres jetzt ernsthaft zu behandeln“, erklärt Matthias Linus Möller, Amtsträger für Gesellschaftspolitik des ÖCV.

Der ÖCV betont, dass moderne Ausrüstung allein nicht ausreiche. „Das beste Gerät bringt wenig, wenn nicht genügend gut ausgebildete Menschen vorhanden sind, die es im Ernstfall bedienen können.“

Auch die Rolle der Miliz wird von der CVV besonders hervorgehoben. Regelmäßige verpflichtende Übungen seien notwendig, um Fähigkeiten dauerhaft aufrechtzuerhalten und im Krisenfall rasch verfügbar zu machen. Gleichzeitig betont der Verband, dass Landesverteidigung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei.

Grundsätzlich offen zeigt sich der ÖCV gegenüber einer geschlechtsneutralen Ausgestaltung der Wehrpflicht. Dringender sei jedoch die Konsolidierung und Stärkung des bestehenden Systems.

Für den ÖCV sei das Thema auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil Sicherheitspolitik wieder zu einer zentralen Zukunftsfrage Österreichs geworden sei. Als größter Akademikerverband Österreichs sehe man es als Aufgabe an, sich aktiv und sachlich in diese Debatte einzubringen.

Bildrechte: Harald Tripp, Militärdiözese