Große Bestürzung und Trauer um viel zu frühes Ableben von Mag Roland Eisner (Dan)

Große Bestürzung und Trauer um viel zu frühes Ableben von Mag Roland Eisner (Dan)

Österreichischer Cartellverband
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19.03.2026
Gerhard Labschütz
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Am Mittwoch Abend, dem 18. März 2026 verstarb Mag. Roland Eisner v. Dr. cer. Hermes (Dan) im 52. Lebensjahr. Für viele ÖCVer, die um seine schwere Krebserkrankung nicht Bescheid wussten, wird diese Nachricht sehr überraschend kommen. Alle, die von seiner Diagnose erfahren hatten, haben seinen Mut und seinen Willen mit dieser Krankheit umzugehen in den letzten beiden Jahren nur bewundert. Trotzdem ist der Kampf vorüber. Roland ist gestern Abend friedlich eingeschlafen und wir sind alle bestürzt, betroffen und unsagbar traurig.

Roland Eisner wurde am 28. August 1974 in Wien geboren und ist in Wien-Hietzing aufgewachsen. Nach der Volksschule und Unterstufe im 13. Bezirk maturierte er an der Bundeshandelsakademie Wien XIII (Maygasse) mit sehr gutem Erfolg. Danach absolvierte er das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien, welches er 2002 mit dem Magister und einer Diplomarbeit zum Thema „Rückstellungen im Handels- und Steuerrecht“ abschloss. Bereits während seines Studiums spezialisierte er sich auf die Themen Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Revision und Treuhandwesen.

Er war in seiner ganzen Studienzeit immer ein sogenannter Werkstudent, also immer berufstätig. Die letzten Jahre seines Studiums war er bereits in einer anerkannten Steuerberatungskanzlei tätig, daher war der Weg zum selbstständigen Steuerberater vorgezeichnet. Nach Tätigkeiten in einigen Unternehmen und der bestandenen Steuerberaterprüfung erfüllte er sich im Jänner 2011 seinen beruflichen Lebenstraum, als er als geschäftsführender Gesellschafter seine „Proximitas Steuerberatungs GmbH“ gründete. Die noblen Firmenadressen in der Börsegasse und später in der Lainzer Straße zeugen von seinem beruflichen Erfolg. Neben der Tätigkeit als erfolgreicher Steuerberater war er als Vortragender am WiFi-Wien, an der Akademie der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer und an der Notariatsakademie tätig. Roland Eisner war dabei nie der „Chef“, der unnahbar in seinem Büro wirkte, sondern er half immer allen Freunden und seinen Bundes- und Cartellbrüdern, bei allen Fragen des Steuerrechts oder bei der Steuererklärung.

Vielen Cartellbrüdern war sein beruflicher Erfolg gar nicht so bewusst, schließlich kannten sie ihn vielmehr doch als den „Hermes“ von der Danubia. Bereits im ersten Studiensemester wurde der junge Roland am 18. November 1993 als Fuchs bei einer verehrlichen K.a.V. Danubia Wien - Korneuburg aufgenommen und wählte sich als Leibbursch Mag. Peter Fiala, den aktuellen Pfarrer am Schottenfeld. Bereits nach wenigen Monaten endete seine Fuchsenzeit schon wieder, denn er wurde schon am 28. Mai 1994 geburscht, da man in einer zu kleinen Aktivitas jeden Burschen für Chargen brauchte. Im darauffolgenden Wintersemester startete eine Chargen-Karriere, die wohl einzigartig in der langen Geschichte der Danubia ist, schließlich bekleidete er bis zu seiner Philistrierung im Jahr 2004 insgesamt 15 (!) Aktiven-Chargen in seiner Verbindung. Es gab kaum ein Semester, in dem er nicht für seine Danubia tätig war. Hermes war u.a. drei Mal Senior, zwei Mal Fuchsmajor und fünf Mal Consenior. Als sich Hermes 2004 in die Altherrenschaft verabschiedete, bekam er bereits das Ehrenband „Danubias Dank“ und eine augenzwinkernde Ernennungsurkunde zum „Consenior auf Lebenszeit“ verliehen.

Doch wer geglaubt hat, dass sich Hermes in der Altherrenschaft, in die wohlverdiente Inaktivität zurückzog und sich im Engagement für seine Danubia zurücknehmen würde, hatte sich schwer getäuscht. Von 2004 bis 2024 war er zwanzig Jahre hindurch weiterhin durchgehend entweder als Philisterkassier oder Philistersenior für die Danubia tätig. Das 100. Stiftungsfest im Jahr 2007 war hier sicherlich ein weiterer Meilenstein, weil er dieses als Philisterkassier maßgeblich organisieren und mitgestalten durfte. Das "Hunderste" war für ihn auch familiär ein Ereignis, da sein jüngerer Bruder Matthias, der einige Jahre nach ihm zur Danubia kam, dieses Jubel-Semester und diese Fest als Jubelsenior verantworten durfte.

In seinem Verständnis blieb Hermes immer auch der inoffizielle „Dauer-Consenior“ seiner Verbindung, die eher spassig gemeinte Urkunde „Consenior auf Lebenszeit“, die in seinem privaten Arbeitszimmer hängt, zeugt davon. In all den Jahren gab es wahrscheinlich kein Projekt der Danubia, an dem er nicht führend mitgewirkt hat. Kein einziges Mal war er sich zu Schade selbst mitanzupacken, wenn Not am Mann war, um danach, nach geleisteter Arbeit, an der Danuben-Bar von seinem bevorzugten Platz, hinter der Bar, mit den Bundesbrüdern anzustoßen. Danubia dankte ihm dafür im Jahr 2012 mit dem selten verliehenen Ehrenring.

Roland Eisner war viele Jahre führend in seiner Verbindung tätig, als ihn relativ spät der Ruf des ÖCV ereilte, denn auf der Cartellversammlung 2014 in Baden wurde ein neuer Rechnungsprüfer für den ÖCV gesucht und er meldete sich und wurde als erfolgreicher Steuerberater auch sofort in dieses Amt gewählt. Er hatte in den Jahren zuvor im Kreis der Philistersenioren mehrfach seine Expertise bei steuer- und finanzrechtlichen Fragen einbringen können. Schließlich führte das auch dazu, dass als 2018 Dr. Dieter Nefischer (Rg) nach 15 verdienten Jahren die Funktion des Amtsträgers für Finanzen abgeben wollte, der erfahrene Rechnungsprüfer Roland Eisner gefragt wurde, ob er sich die Nachfolge vorstellen könnte. Er hat sofort mit der Bemerkung, dass er „eigentlich nie ein ÖCV-Amt angestrebt hat“, zugesagt. Auf der Cartellversammlung in Bad Ischl wurde er dann einstimmig in dieses Amt gewählt und wurde somit für die nächsten fünf Jahre „Herr der ÖCV-Finanzen“, die er mit großer Sorgfalt verwaltete.

Die sehr langen Verbandssitzungen waren für Hermes eigentlich immer eine Bürde, trotzdem verpasste er keine einzige Vorstandssitzung der Verbandsführung und war auf jeder Verbandsklausur dabei. Er war in der Verbandsführung, in nicht immer ganz einfachen und friktionsfeien Zeiten, ein Fels in der Brandung, immer sehr konstruktiv und verbindlich. Für ihn war die Amicitia das höchste Gut unter Cartellbrüdern. Als er die ÖCV-Finanzen nach zwei vollen Amtsperioden im Jahr 2023 wieder abgab, konnte er ein gut bestalltes Haus an seinen Nachfolger Michael Gareis (FlP) übergeben. Auf den Cartellversammlungen während seiner Amtszeit konnte er mehrere Anträge erfolgreich initiieren und auch immer mit hohen Zustimmungen durchbringen.

Das Jahr 2023 brachte schließlich einen letzten couleurstudentischen Höhepunkt im Leben von Hermes, am 29. April 2023 wurde er in der Ruhmeshalle des Heeresgeschichtlichen Museums mit der höchsten Auszeichnung seiner Urverbindung Danubia, der Dr. cer.-Würde, ausgezeichnet. Viele Bundes- und Cartellbrüder kamen zu diesem Ereignis, um ihn zu ehren und mit ihm zu feiern und alle waren sich sicher, dass Hermes noch viele Jahre die Geschicke seiner Verbindung beeinflussen wird.

Leider ist es anders gekommen, er erhielt vor fast zwei Jahren die verheerende Diagnose einer ernsthaften Krebserkrankung. Er hat aber hat sehr hoffnungsvoll, auch aufgrund seines jugendlichen Alters und eines unumstößlichen Willens, den Kampf gegen den Krebs aufgenommen. Aufgrund der Chemotherapie und weiteren Behandlungen musste er sich aber im Beruf, im ÖCV und auch in seiner Danubia langsam etwas zurücknehmen. Nichts desto trotz war er immer so positiv, bis in den letzten Dezember hinein hat er als gelernter Steuerberater im ÖCV-Sekretariat noch bei der Neu-Aufstellung unserer Buchhaltung tatkräftig mitgeholfen. Der Krebs war leider stärker und der Kampf kam zu einem Ende.

Vieles hätte er den Menschen, die ihm nahestanden und den Bundes- und Cartellbrüder in seiner Verbindung und im Verband, noch zu geben gehabt, leider ist dies nicht mehr möglich. Mit seinem Ableben in den Abendstunden des 18. März 2026 verliert die Danubia, einen einzigartigen Bundesbruder, der diese Verbindung für mehr als 30 Jahre geprägt hat, wie kein anderer. Der ÖCV verliert einen ÖCVer "durch und durch", der den Respekt und die Anerkennung von allen hatte, nicht weil er ein besserer Funktionär als andere war, sondern weil Hermes einfach ein großartiger Mensch, Freund und Cartellbruder war.

Die ÖCV-Verbandsführung verneigt sich in tiefer Dankbarkeit vor einem großen ÖCVer und spricht seiner Lebensgefährtin Tara, seinem Bruder Apoll und seiner gesamten Familie die tiefempfundene Anteilnahme des ganzen Verbandes aus. Fiducit, lieber Dr. cer. Hermes!

Nachruf von Mag. Karl. Wolfgang Schrammel (F-B, Kb) und Gerhard Labschütz (NdW)

Bildquellen: Thomas Sattlegger, Gerhard Labschütz