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Int. i.R. Prof. Paul Becker

Int. i.R. Prof. Paul Becker

Urverbindung: Churpfalz Mannheim (22.06.1929)

Bandverbindungen: R-J

Geboren: 01.05.1910, München (Bayern)
Gestorben: 23.01.1984, Salzburg
Intendant (ORF Salzburg)

Lebenslauf:

Becker begann nach der Absolvierung des Realgymnasiums das Studium der Staatswissenschaften und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg (Dr. phil.), wohnte aber im benachbarten Mannheim, wo er der Churpfalz beitrat. Darüber hinaus studierte er noch in Dijon und Paris.

Becker war bereits ab 1930 als Kulturjournalist für Mannheimer Zeitungen und 1934/35 als Pressereferent für die Wirtschaftsgruppe Bauindustrie tätig. 1935 ging er nach Berlin und war dort Redakteur bei Fachzeitschriften, u. a. stellvertretender Chefredakteur der „Textil-Woche“. Daneben setzte er in Berlin seine kunsthistorischen Studien fort und war auch zeitweise als Kulturredakteur tätig. 1939 wurde er zu Deutschen Wehrmacht eingezogen, bei der er bis Kriegsende blieb.

Im Juni 1945 bewarb sich Becker bei der US-Sendegruppe „Rot-Weiß-Rot (RWR)“ in Salzburg und war zuerst Redakteur im Weltnachrichtendienst. Er begann aber bald mit dem Aufbau der Redaktion Kultur und Wissenschaft, deren Leitung er übernahm. Im Dezember 1950 wurde er Direktor des RWR-Studios Salzburg. Nach Auflösung der US-Sendegruppe im März 1954 wurde er vom Österreichischen Rundfunk zum Intendanten des nunmehrigen Landesstudios bestellt. Nach der ORF-Reform wurde er 1967 und 1971 jeweils neuerlich zum Intendanten ernannt. 1975 ging er in den Ruhestand.

Becker war verantwortlich für die weltweiten Rundfunkübertragungen der Salzburger Festspiele. Auf seine Initiative entstanden beliebte Sendeformate, wie „Du holde Kunst“, die „Salzburger Mozartstunde“, das „Salzburger Nachtstudio“ (ab 1960) und die „Salzburger Humanismusgespräche“. Unter seine Ägide begann der Bau eines neuen Landesstudios, das 1972 fertiggestellt wurde. Darüber hinaus publizierte er zahlreiche kulturhistorische Werke (siehe unten). Er war darüber hinaus Präsident der „Galerie der Kunst der Gegenwart“ und der Künstlervereinigung „Salzburger Gruppe“ sowie Vorstandsmitglied des Salzburger Kunstvereins. Becker wurde der Berufstitel Professor verliehen.



Werke:

Salzburg, Stadt der Musik (1960).
Salzburg, Stadt der Kunst (1962).
Das Bild er Madonnaskulpturen von der Romanik bis zum Barock (1965).
Clemens Holzmeister und Salzburg (1966).
Das Bild Salzburgs in der Kunst (1970).

Quellen und Literatur:

Aktenbestand der Ehrenzeichenkanzlei der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsdirektor i. R. Heinz Hafner Am, Mitteilung 11. 7. 2022).
Österreichisches Biographisches Lexikon. Online-Edition, Lieferung 1 (2011).