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Ludwig Hörbst

Ludwig Hörbst

Urverbindung: Raeto-Bavaria (22.10.1923)

Geboren: 05.10.1903, Kleinstockach-Bergwang (Bezirk Reutte, Tirol)
Gestorben: 15.06.1981, Innsbruck
Universitätsprofessor (Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde)
Politische Haft: 1938 Polizeihaft

Lebenslauf:

Hörbst absolvierte das Franziskanergymnasium in Hall in Tirol bei Innsbruck und wurde dort bei der katholischen Pennalie (später MKV) Sternkorona aktiv. Nach der Matura im Jahr 1923 begann er das Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck (Dr. med. 1929), wo er der Raeto-Bavaria beitrat (Couleurname Strick). Im Studienjahr 1927/28 war er Mitglied der Kammer, der Studentenvertretung an der Universität. Nach Studienabschluß Ende 1929 war er 1930/31 zuerst Hilfsarzt am Pathologisch-Anatomischen Institut, um dann als Assistent an die Hals-, Nasen- und Ohrenklinik der Universität zu wechseln. Dort begann er, sich in diesem Fach zu habilitieren.

Nach dem Anschluß wurde Hörbst für zwei Tage in Polizeihaft genommen und von seiner Universitätsklinikstellung entlassen. Ebenso wurde sein kurz vor dem Abschuß gestanden habendes Habilitationsverfahren gestoppt und gleichzeitig über ihn ein Praxisverbot verhängt. Bereits im April 1938 wurde er zur Deutschen Wehrmacht einberufen, bei der er an verschiedenen Fronten als Arzt eingesetzt war. Ende 1944 wurde er aus der Wehrmacht aus politischen Gründen entlassen und war dann als notdienstverpflichteter Hilfskassenarzt in Schweidnitz (Niederschlesien, nunmehr Swidnica, Polen) tätig.

Nach dem Krieg kehrte Hörbst nach Innsbruck zurück und wurde mit 1. Juli 1945 an der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik der Universität rehabilitiert. Sein Habilitationsverfahren wurde am 14. September 1945 zum Abschluß gebracht und schon am 19. September 1945 wurde er zum außerordentlichen Universitätsprofessor für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie am 30. Oktober 1945 zum Vorstand der Hals-, Nasen- und Ohren-Universitätsklinik ernannt. Am 4. April 1949 wurde ihm der Titel eines ordentlichen Universitätsprofessors verliehen, und am 19. März 1954 wurde er zum ordentlichen Universitätsprofessor für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde an der Universität Innsbruck ernannt. 1953 bis 1955 war er Dekan der Medizinischen Fakultät und im Studienjahr 1964/65 Rektor der Universität Innsbruck.

1948 errichtete Hörbst eine stimm- und sprachheilkundliche Abteilung und holte erstmals eine Logopädin an seine Klinik. In seiner Amtszeit als Rektor wurden die Grundlagen für die Errichtung einer Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur gelegt, die dann 1969 eröffnet werden konnte. In den folgenden Jahren wurde deren Studienangebot erweitert und heißt nunmehr Fakultät für Technische Wissenschaften 1974 wurde er emeritiert.

Quellen und Literatur:

Aktenbestand der Ehrenzeichenkanzlei der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsdirektor i. R. Heinz Hafner Am, Mitteilung 28. 1. 2021.
Farbe tragen, Farbe bekennen 1938–45. Katholisch Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Hg. von Peter Krause (Rt-D), Herbert Reinelt und Helmut Schmitt. Zweite wesentlich erweiterte Auflage. Teil 2: Kuhl, Manfred (F-B): Ergänzungsband Biographien. Wien 2020, S. 131f.