Lebenslauf:
Marte wurde als Sohn des Johann Marte (AIn), des späteren Generaldirektors der Österreichischen Nationalbibliothek, geboren. Sein mütterlicher Großvater war der Vorarlberger Landtagspräsident Karl Tizian (AIn). Seine Kindheit bzw. Jugend- und Schulzeit verbrachte er in Warschau und Moskau, wo sein Vater Direktor des Österreichischen Kulturinstituts bzw. Kulturrat an der Österreichischen Botschaft war.
1983 kehrte die Familia nach Wien zurück, und Marte begann das Studium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien (Mag. iur.), wo er der Norica beitrat und deren Consenior er im Wintersemester 1986/87 war. Nebenbei nahm er auch Schauspielunterricht. Im Zuge der sog. Waldheim-Affäre 1986 veranstaltete er eine „Jüdische Woche“ bei der Norica. Er engagierte sich auch in der Österreichischen Hochschülerschaft und organsierte 1988 als Kulturreferent des Zentralausschusses aus Anlaß 50 Jahre Anschluß ein Symposion.
Nach Beendigung seines Studiums war Marte von 1991 bis 1997 Mitarbeiter von Erhard Busek in dessen Eigenschaft als Bundesminister für Wissenschaft und Forschung bzw. Unterricht und kulturelle Angelegenheiten. Anschließend war er bis 2001 Kabinettschef bei Peter Marboe (Baj), des amtsführenden Stadtrats für Kultur von Wien. In dieser Funktion oblag ihm von 1998 bis 2000 die Gesamtkoordination der Arbeitsgruppe zur Errichtung des Holocaust-Mahnmals für die österreichischen jüdischen Opfer während der NS-Zeit auf dem Wiener Judenplatz.
Nach dem Ausscheiden Marboes als amtsführender Stadtrat für Kultur im Jahr 2001 wechselte Marte zur Erste Group Bank AG (ehemals Erste Österreichische Spar-Casse). Dort leitete er die Social Responsibility Strategie und das Corporate Sponsoring. In den Jahren 2005 bis 2008 war er als Managing Director an der Gründung der ERSTE Stiftung beteiligt, die Hauptaktionärin der Erste Group Bank AG ist. Von 2008 bis 2012 war er Mitglied des Vorstands der ERSTE Stiftung und initiierte die Gründung der sog. „Zweiten Sparkasse“, die Bank für Menschen ohne Bank, also für Bedürftige, die sich kein Konto leisten oder errichten konnten.
2012 gründete Marte die Erste Hub und übernahm deren Leitung. Das ist das Innovation-Center der Erste Group. In dieser Funktion war er ab der Errichtung der George-Labs GmbH beteiligt, mit der die digitale Banking Plattform „George“ eingeführt wurde. Ebenso wurde der mediale Lernraum „FLIP“ durch ihn ins Leben gerufen, der Erste Financial Life Park, der jungen Menschen Finanzbildung vermittelt. Er war auch Gründer der KONTAKT Kunstsammlung für die regimekritische Kunst Mittelosteuropas bis 1989.
2016 wurde Marte Mitglied des Vorstands der ERSTE Stiftung. Gleichzeitig übernahm er die Leitung der Group Marketing der Erste Group (bis 2018). Darüber hinaus war er an der Gründung der TWO NEXT GmbH für digitale Innovation zur Lösung sozialer Probleme beteiligt. 2021 wurde er zum CEO der ERSTE Stiftung bestellt. In dieser Zeit kam es zur Gründung der Europe’s Futures Initiative (EFI). 2025 schied er aus dem Vorstand aus, war aber bis zu seinem Tod als Konsulent für die ERSTE Stiftung tätig.
Darüber hinaus war Marte von 2008 bis 2013 Mitglied des Universitätsrates der Akademie der Bildenden Künste Wien. 2018 wurde er erneut in diesen berufen, dessen Vorsitz er von 2021 bis 2023 innehatte. Weiters war er von 2001 bis 2023 Mitglied der Vollversammlung des Österreichischen Filmmuseums, des Kuratorium der VIENNALE (Vienna International Film Festival) und des Kuratoriums der Kunsthalle Wien (2020 bis 2023).
Marte litt an der angeborenen und unheilbaren Diamond-Blackfan-Anämie, eine schwere chronische Blutarmut mit zu wenig roten Blutkörperchen, die bei ihm lange am Ausbruch gehindert war und an der auch seine Kinder leiden. 2024 brach bei ihm auch ein Tumor aus, dem er schließlich erlag.
Werke:
Geschichte und Verantwortung (1988).Die Neue Ordnung des Politischen (1999).
Demokratie am Beginn des 21. Jahrhunderts (1999).