Wartungsfunktionen

Werner Hinterauer

Werner Hinterauer

Urverbindung: Leopoldina (02.10.1937)

Bandverbindungen: BbW

Geboren: 08.12.1917, Dornbirn (Vorarlberg)
Gestorben: 11.12.2013
Mitglied des Verfassungsgerichtshofes, Senatspräsident (Verwaltungsgerichtshof)

Lebenslauf:

Hinterauer wurde als Sohn eines Huf- und Wagenschmieds geboren und besuchte die Volksschule in Dornbirn-Oberdorf. Im April 1929 wechselte er an das Progymnasium des Benediktinerklosters St. Ottilien in Landsberg am Lech (Bayern). Ab der fünften Klasse besuchte er das Gymnasium in Bregenz, wo er 1937 maturierte. Danach begann er das Studium an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck, wo er der Leopoldina beitrat (Couleurname Gernot). Infolge seiner proösterreichischen Einstellung mußte er die Universität Innsbruck verlassen und setzte ab dem Sommersemester 1939 das Studium an der Universität Wien (Dr. iur. Anfang 1945) fort. Noch vor seiner Einberufung zur Deutschen Wehrmacht am 10. Februar 1940 konnte er dort das 1. juristische Staatsexamen ablegen.

Nach seiner militärischen Ausbildung nahm Hinterauer am Frankreichfeldzug teil und wurde anschließend an die Ostfront versetzt. Dort wurde er am 13. Juli 1943 durch ein sowjetisches Artilleriegeschoß derart schwer verletzt, daß sein rechter Arm amputiert werden mußte. In der Folge wurde er „kriegsverwendungsunfähig“ erklärt und konnte sein Studium in Wien fortsetzen bzw. dann beenden. Bereits mit 5. Mai 1943 wurde er zum Gerichtsreferendar und am 20. September 1943 zum Assessor ernannt. Ab 1. Februar 1945 war er im gerichtlichen Vorbereitungsdienst am Amtsgericht bzw. Bezirksgericht Dornbirn bis 31. Januar 1946 tätig.

Nach der Befreiung Österreichs bewarb sich Hinterauer aufgrund seiner eigenen Situation für das Vorarlberger Landesinvalidenamt. Mit 1. Februar 1946 trat er in dessen Dienst und wurde am 20. Januar 1948 dessen Leiter. Ende 1960 bewarb er sich auf eine Richterstelle am Verwaltungsgerichtshof und wurde am 18. März 1961 zum Rat, mit 1. Januar 1969 zum Hofrat und mit 1. Mai 1976 zum Senatspräsidenten des Verwaltungsgerichtshofes ernannt. Dort war er mit Angelegenheiten der Kriegsopferversorgung, des Dienstrechtes und des Landwirtschaftsministeriums befaßt. Zusätzlich war er von 1962 bis 1966 sowie von 1970 bis 1980 Präsidialvorstand des Verwaltungsgerichtshofes und unterstützte in dieser Funktion den Präsidenten bei der Leitung dieses Gerichtshofes. In diese Amtszeit fiel ein Gutteil der Restaurierungen und Adaptierungen der ehemaligen k. k. Böhmischen Hofkanzlei, dem Sitz des Verwaltungsgerichtshofes. Ende 1982 trat er als Richter dieses Gerichtshofes in den Ruhestand.

Hinterauer wurde aufgrund seiner juristischen Expertise bereits am 11. Dezember 1969 zum Ersatzmitglied des Verfassungsgerichtshofes bestellt und am 15. Dezember 1979 zum Mitglied desselben ernannt. Diese Funktion übte er bis zum 31. Dezember 1987 aus. Darüber hinaus wurde er im Januar 1984 zum Ersatzrichter des Liechtensteinischen Staatsgerichtshofes ernannt. Darüber hinaus veröffentlichte er zahlreiche Fachartikel und war langjähriges Vorstandsmitglied der der Österreichischen Juristenkommission.

Hinterauer engagierte sich auch in der österreichischen Erwachsenenbildung. So war er Präsident des Österreichischen Bildungswerkes und Mitglied des Vorstands des Ringes der österreichischen Bildungswerke. Er wurde auf dem Ortsfriedhof Hatlerdorf in Dornbirn begraben.

Quellen und Literatur:

Aktenbestand der Ehrenzeichenkanzlei der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsdirektor i. R. Heinz Hafner Am, Mitteilung 1. 4. 2021.
Österreichische Rechtswissenschaft in Selbstdarstellungen. Hg. von Clemens Jabloner und Heinz Mayer. Wien 2003, S. 62–71.