Lebenslauf:
Inzinger begann 1926 nach seiner Matura das Studium der Mathematik an der Philosophischen Fakultät der Universität und das der Darstellenden Geometrie der der Technischen Hochschule in Wien (Dr. techn. 1933), wo er der Danubia beitrat (Couleurname Odin). In beiden Fächern legte er 1931 die Lehramtsprüfung für Höhere Schulen ab. Bereits 1929 wurde er teilbeschäftigte wissenschaftliche Hilfskraft am I. Institut für Darstellende Geometrie an der Technischen Hochschule Wien, was er bis 1937 blieb. Daneben unterrichtete er an Gymnasien in Wien und Klosterneuburg.
1936 habilitierte Inzinger sich für Mathematik an der Technischen Hochschule Wien und war dort Privatdozent. Dies wurde ihm jedoch 1941 aus politischen Gründen aberkannt. Er wurde zur Deutschen Wehrmacht einberufen und kehrte gleich nach Ende des Krieges aus der Gefangenschaft zurück. Er wurde rehabilitiert und bereits im Sommer 1945 mit der Supplierung des Faches Mathematik an der Technischen Hochschule Wien betraut. Mit 1. April 1946 wurde er dort zum Außerordentlichen und mit 1. Juni 1947 zum Ordentlichen Universitätsprofessor für Mathematik sowie zum Vorstand des III. Instituts für Mathematik ernannt. In den Studienjahren 1950/51 und 1951/52 war er Dekan der Fakultät für Angewandte Mathematik und Physik (hieß später Fakultät für Naturwissenschaften). 1955 und 1960 wurde er von der Österreichischen Rektorenkonferenz in den Akademischen Rat des Unterrichtsministerium berufen. Hier setzte er sich für die Schaffung der Studienrichtung Technische Mathematik ein. Im Studienjahr 1967/68 war er Rektor der Technischen Hochschule. 1977 wurde er emeritiert.
Inzinger gründete 1947 die Mathematische Gesellschaft Österreichs und war bis 1948 deren erster Vorsitzender. 1953 gründete er an der Technischen Hochschule das Mathematische Labor. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit Differentialgeometrie, der Theorie Konvexer Bereiche und mathematischen Problemen bei der Ortsbestimmung von Schallquellen. Er wurde auf dem Friedhof Wien-Mauer begraben (52/8/2).