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Gen.-Dir. i.R. Dipl.-Ing. Dr. Alfred Sommer

Gen.-Dir. i.R. Dipl.-Ing. Dr. Alfred Sommer

Urverbindung: Amelungia (15.10.1945)

Geboren: 22.06.1921, Taßwitz (Bezirk Znaim, nunmehr Tasovice bzw. Znojmo, Tschechien)
Gestorben: 10.12.2010
Generaldirektor (Niederösterreichische Molkerei), Vizebürgermeister (Waidhofen an der Thaya)

Lebenslauf:

Sommer stammte aus dem südmährischen Taßwitz, dem Geburtsort des hl. Clemens Maria Hofbauer, und besuchte zuerst das Gymnasium im westböhmischen Plan bei Marienbad (nunmehr Planá u Mariánských Lázní) und dann in Znaim, wo er 1939 die Matura ablegte. Anfang 1941 wurde er zur Deutschen Wehrmacht einberufen und an der russischen Front sowie auf dem Balkan eingesetzt. Er wurde viermal verwundet, zuletzt am 26. November 1943, wobei er den rechten Arm verlor. Da er aus dem Kriegsdienst ausschied, begann er im Sommersemester 1944 das Studium der Agrarwissenschaft an der Hochschule für Bodenkultur in Wien.

Anfang August 1945 wurde die Familie aus der Tschechoslowakei vertrieben. Die Eltern übersiedelten nach Deutschland, Sommer setzte hingegen sein Studium in Wien als Werkstudent fort (Dipl.-Ing. 1947; Dr. Bklt. 1947) und trat der Amelungia bei (Couleurname Eberhard). Bereits ab 1946 arbeitete er in der Milchwirtschaft in verschiedenen Bundesländern. Von 1950 bis 1972 war er Geschäftsführer (Direktor) der Molkereigenossenschaften Waldkirchen an der Thaya und dann danach von Waidhofen an der Thaya (Niederösterreich). Mit 11. Oktober 1979 wurde er zum Geschäftsführer bzw. Generaldirektor des Molkereiverbandes für Niederösterreich und Wien, besser bekannt als Niederösterreichische Molkerei (NÖM) bestellt, welche Funktion er bis zu seiner Pensionierung am 31. Dezember 1986 ausübte.

Die NÖM ist für Wien die Hauptversorgerin für Milch und Milchprodukte und unterhielt bis in die sechziger Jahre ein ausgedehntes Filialnetz, das auch am Sonntag in der Früh offen hatte (da Kühlschränke erste Ende der fünfziger Jahre stärkere Verbreitung fanden) und die in der Nacht mit den charakteristischen Pferdefuhrwerken beliefert wurden. Unter Sommer wurde die NÖM weiter ausgebaut und ein zentrales Handelslager errichtet. Er war auch Mitglied der Verwaltungskommission des Milchwirtschaftsfonds.

Sommer engagierte sich für die ÖVP in der Kommunalpolitik. So war er von 1963 bis 1970 Gemeinderat und Vizebürgermeister von Waldkirchen sowie dann von 1970 bis 1980 Vizebürgermeister von Waidhofen an der Thaya, wo er als Mitglied des Gemeindevorstands für das Stadtbauamt zuständig war. Er war auch Ehrenphilister der MKV-Verbindung Rugia Waidhofen und von 1968 bis 1980 Leiter des ÖCV-Bezirkszirkels Waidhofen an der Thaya. Er wurde auf dem Friedhof von Waidhofen/Thaya begraben.

Quellen und Literatur:

Verbindungsarchiv Amelungia (Oskar Mayer, Mitteilung 29. 9. 2021).
Aktenbestand der Ehrenzeichenkanzlei der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsdirektor i. R. Heinz Hafner Am, Mitteilung 29. 7. 2021).