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Alois Maneschg

Alois Maneschg

Urverbindung: Austria Innsbruck (08.01.1883)

Geboren: 31.12.1858, Enneberg (ladinisch Mareo, Bezirk Bruneck, Südtirol)
Gestorben: 29.09.1936, Innsbruck
Abgeordneter der provisorischen Tiroler Landesversammlung (Landtag), Finanzbeamter (Hofrat)

Lebenslauf:

Maneschg entstammte aus dem selben ladinischen Gebiet wie Friedrich Graf, Ritter von Gaderthurn (AIn EM) und sprach auch Ladinisch. Nach dem Besuch des Gymnasiums begann er das Studium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck (Dr. iur.), wo er der Austria beitrat (Couleurname Dankwart). Nach dem Studium ging er zum Finanzdienst und war nach verschiedenen Verwendungsorten (u. a. Feldkirch, Vorarlberg) zuletzt in der Finanzlandesdirektion Innsbruck tätig (Hofrat).

Als sich Ende Oktober 1918 die Provisorische Nationalversammlung Österreichs in Wien bestehend aus den 1911 gewählten Reichsratsabgeordneten konstituierte, geschah dies auch in den Ländern. Dort jedoch bestanden diese Landesversammlungen aus den letztgewählten (deutschen) Reichsrats- und Landtagsabgeordneten des betreffenden Landes. Dies geschah so auch Ende Oktober 1918 für Tirol, allerdings fand nur einmal eine solche Sitzung statt, wo ein kleineres Gremium, der Tiroler Nationalrat, gewählt wurde, der vergleichbar mit dem Staatsrat in Wien war.

Aufgrund der sich abzeichnenden politischen Verhältnisse für Südtirol wurde eine provisorische Tiroler Landesversammlung errichtet, die nur aus den letztgewählten (deutschen) Landtagsabgeordneten bestand, allerdings nur die aus Nord- und Osttirol. Für Südtirol wurden zusätzliche Abgeordnete nach einem bestimmten Schlüssel nominiert. Zu diesen Südtiroler Abgeordneten gehörte auch Maneschg. Er bekleidete diese Funktion vom 21. Dezember 1918 bis zum 1. Juli 1919. Im Mai kandidierte bei den ersten Wahlen zum Tiroler Landtag, wurde gewählt und gehörte diesem vom 1. Juli 1919 bis zum 7. Juni 1921 an.

Maneschg betätigte sich auch schriftstellerisch in ladinischer Sprache und wurde auf dem Friedhof in Innsbruck-Wilten begraben.

Quellen und Literatur:

Austrier-Blätter Nr. 18, 1949, S. 455.
Schober, Richard: Geschichte des Tiroler Landtages im 19. und 20. Jahrhundert. Mit einem Beitrag von Eberhard Lang. Innsbruck 1984, S. 586 und 589.